Barron Falls & Port Douglas zum Nulltarif

Australiens Natur wimmelt nur so von endemischen Tier- und Pflanzenarten, zudem ist die Landschaft unglaublich abwechslungsreich und atemberaubend schön! Kein Wunder also, dass Australiens Regierung seine Naturschätze durch Nationalparks gut schützt und somit bewahrt. Selbige findet man glücklicherweise im ganzen Land zu Hauf. Eines dieser Naturwunder möchten wir euch in diesem Bericht vorstellen – die Barron Falls an der nördlichen Ostküste des Bundesstaats Queensland. Aber auch schöne Küstenorte gilt es hier zu entdecken, und so besuchten wir gleich im Anschluss den legendären Segelort Port Douglas.

Barron Falls

Etwas nördlich von Cairns, an der Ostküste Australiens, liegt der Barron Gorge Nationalpark, geschützt durch das Label „National Heritage Site“, wo sich der Barron River in steilen Kaskaden von der Hochebene der Atherton Tablelands in das flache Küstenland von Cairns ergießt. Der Nationalpark bietet gut beschilderte Wanderwege für längere und kürzere Touren.

Anfahrt

  • Mit Auto oder Camper: Da wir ohnehin mit Campervan in Australien unterwegs waren, wählten wir natürlich dieses Transportmittel, zumal es die günstigere Variante war, zu den Wasserfällen zu kommen. Weiter unten findet ihr die Preise für Bahn oder Seilbahn.
    Die Panoramastraße schlängelt sich bildgewaltig von der Küstenstraße, dem Mount Cook Highway, den Berg hinauf, tief in das Gebiet der Djabugay Aborigines. Ab der Kreuzung Cook Highway/National Highway 1 sind es noch etwa 20 Kilometer zum Abzweiger „Lookout Barron Falls“. Derer gibt es zwei – je ein Weg führt an jede Seite des Wasserfalls. Wir nahmen den weniger touristischen, zweiten Abzweiger und kamen nach etwas rumpeliger Fahrt (die Hauptstraßen sind sehr gut ausgebaut, die Nebenstraßen manchmal etwas weniger) am Parkplatz zum Barron Falls Lookout an.
  • Mit der Seilbahn (Skyrail): Die Talstation der Seilbahn befindet sich in der Kleinstadt Kuranda und führt an die andere Seite der Schlucht, etwas näher an die Wasserfälle heran. Von dort kann man einen Walkway mit mehreren Lookouts auf den Wasserfall folgend bis zum Bahnhof Barron Falls wandern, von wo man mit der Scenic Railway die Rückfahrt nach Kuranda (oder auch bis Cairns) antreten kann.
  • Mit der Eisenbahn (Kuranda Scenic Railway): Die Eisenbahnstrecke besteht seit 1891. Sie wurde im Zuge des Goldrauschs unter größten Entbehrungen errichtet und wird heute nur noch für touristische Zwecke betrieben.
  • Kombiticket: Hin mit der Eisenbahn und retour mit der Seilbahn? Kein Problem! Ein Kombiticket kostet allerdings 75 Dollar pro Person (ca. 50 Euro).
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Vom Parkplatz geht’s direkt in die Baumwipfel.
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Der Baumwipfelweg führt teils in schwindelerregende Höhen.

Walkway durch die Baumwipfel

Ein wunderschön angelegter Walkway durch Regen- und Eukalyptuswälder führt zu einem Aussichtungspunkt, der den Blick auf die spektakulären Din Din Wasserfälle, wie die Barron Falls in der Sprache der Aborigines heißen, freigibt (siehe Titelbild). Sie stürzen zwischen den roten Felsen tosend in die Tiefe – ein Anblick der den Atem raubt! Je nach Regen- (Dezember bis März) oder Trockenzeit (April – November) tost mehr oder weniger Wasser über die Felsen. An seiner höchsten Stelle misst der Wasserfall stolze 125 Meter. Wir ließen die Szenerie eine Weile auf uns wirken und marschierten dann den Walkway weiter bis zum historischen Bahnhof der Kuranda Scenic Railway. Am Bahnsteig wird die Geschichte des Bahnbaus aber auch jene der Aborigines über die Wasserfälle und die Schlucht auf zahlreichen Hinweisschildern erzählt. Von hier kann man auch zur anderen Seite der Wasserfälle wandern. Der Hunger drängte uns jedoch zurück zum Van.

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am Lookout angelangt …

Wright’s Lookout auf Barron Gorge und Barron River

Wir marschierten zurück zum Parkplatz und fuhren von dort ein kleines Stück zum Wright’s Lookout, von wo man einen wunderbaren Ausblick auf die Barron Schlucht hat. Hier führt auch ein Wanderweg in die Schlucht selbst. Wir parkten und kochten unser Mittagessen. Mittlerweile war die Sonne in ihren Zenit gewandert, sodass wir uns nach dem Essen nur zum wenige Meter entfernten Lookout bewegten und den Blick in das Barron Tal genossen. Es war schlichtweg zu heiß für mehr.

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Blick in die Barron Schlucht

What else to do?

Es gibt Wanderwege zwischen Kuranda, Speewah und Stoney Creek Valley. Im unteren Bereich der Schlucht kann man den Stoney Creek, Lake Placid und das Wasserkraftwerk Barron Gorge besuchen.

Port Douglas

Nach Besuch der Barron Falls machten wir uns auf ins mondäne Port Douglas, jenem bekannten Segelort an der nördlichen Ostküste von Queensland. Von hier ist es nicht mehr weit zum Cape Tribulation (Kap der Trübsal), wo Captain Cook mit seinem Schiff Endeavour im Jahr 1770 auf Grund gelaufen war. Vom Cape führt nur noch eine Offroadstrecke ein Stück weiter in den Norden nach Cooktown, dem Endpunkt an der Ostküste. Hier am nördlichen Ende der Westcoast befindet sich der mit einem Alter von 180 Mio. Jahren älteste Regenwald der Welt, der faszinierende Daintree Rainforest. Der Daintree River, der hier in den Ozean mündet, bildet mit seinen weitläufigen Mangroven ein wichtiges Filtersystem für das vor der Küste liegende Great Barrier Reef. Die Mangroven beheimaten auch eine der gefährlichsten Quallenarten weltweit, die Würfelqualle (Box Jellyfish).

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Yachthafen von Port Douglas

Ein kleiner Stadtspaziergang

Wie die meisten Orte Australiens ist auch Port Douglas sehr gepflegt. An der Ortseinfahrt befindet sich der Yachthafen; in der Ortsmitte parkten wir unseren Camper und besuchten die Kirche „St. Mary by the sea“, eine berühmte Hochzeitskapelle direkt am Strand. Wirft man einen Blick ins Innere, entdeckt man eines der schönsten Altarbilder des Landes. Der Altarraum besteht nämlich lediglich aus einem riesigen Fenster mit Blick auf das Meer. Kein „echtes“ Bild könnte Gottes Schöpfung wohl treffender abbilden.

 

Ein Stück weiter befindet sich der Abzweiger zum alten Court House, das heute ein Museum beherbergt. Hier wurde die einzige Frau in der Australischen Geschichte im 19. Jahrhundert zum Tode verurteilt, weil sie ihren Ehemann ermordet hatte.

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Gleich dahinter befindet sich ein schöner Kinderspielplatz und ein Park am Meer mit uralten, riesigen Bäumen – kurzum ein Plätzchen zum Verweilen. Ein Stück die Straße hinauf gelangt man zu einem Leuchtturm.

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Rastplatz in Port Douglas?

Der Tag neigte sich langsam zu Ende und wir mussten noch einen Schlafplatz für die Nacht finden. Wir fuhren zunächst an den Ortsanfang von Port Douglas. Dort hatten wir einen Rastplatz gesehen. Es gab WCs, Tische, Grillplätze und eine Entsorgungsmöglichkeit für Abwasser von Karawanen. Aber die Schilder waren eindeutig: Campen verboten, wie auch schon im Ortskern von Port Douglas. Wir fuhren also Richtung Norden auf dem James Cook Highway auf der Suche nach einem anderen kostenlosen Platz für die Nacht. Doch welchen Platz wir auch anfuhren, war er auch noch so gut ausgestattet, überall die gleichen Hinweise: Camping bei Strafe verboten. Die Zeit verging und die Sonne verschwand hinter dem Horizont. Wir bogen auf Nebenstraßen ab, in der Hoffnung, irgendwo ein verstecktes Plätzchen zu finden. No way! In ganz Douglas Shore gibt es NO FREE CAMPING. Das ist nicht in jedem Council-Gebiet Australiens so. Aber wir mussten uns schließlich mit der Situation abfinden und einen kostenpflichtigen Platz ansteuern.
Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum wir unseren Van unbedingt kostenlos abstellen und übernachten wollten? Tja, Campingplatzgebühren sind in Australien oftmals leider recht hoch und da es schon sehr spät war, wollten wir für die letzten Stunden des Tages nicht die volle Tagesgebühr bezahlen, denn die Einrichtungen des Campingplatzes konnten wir ohnehin nicht mehr in vollem Umfang nutzen. Zudem hatten wir noch ausreichend Energie in unserer Batterie (für die Versorgung von Kühlschrank und Belechtung), sodass ein externer Stromanschluss noch nicht notwendig gewesen wäre. Da aber nichts zu machen war, blieb uns keine andere Wahl, als bezahlt zu übernachten. So erreichten wir jenen Campingplatz, den wir eigentlich erst am nächsten Tag hatten ansteuern wollen. Obwohl offiziell ab 19 Uhr niemand mehr in der Rezeption sein sollte, hatten wir selbst nach 20 Uhr noch Glück. Am Wonga Beach Camping Platz waren die Betreiber extrem freundlich und teilten uns einen Beachfront-Platz zu.
Der Mond war voll, riesig und orange – schon beim Autofahren durch die Zuckerrohr-Felder waren wir ganz begeistert. Jetzt sahen wir ihn direkt über dem Meer. Wir aßen zu Abend und holten uns anschließend kaltes Bier aus dem Kühlschrank. Dann setzten wir uns an den Strand und ließen den Tag bei einem kühlen Blonden ausklingen, obwohl uns unmissverständliche Schilder vor Krokodilen warnten …

 

Wie man sich in Gegenwart von wilden Tieren verhalten sollte und welche Gefahren sonst noch von der australischen Fauna und Flora ausgehen, haben wir in einem gesonderten Bericht zusammengefasst, den ihr hier findet.

So geht es weiter

In unserem nächsten Bericht geht es um unseren Schnorchel-Ausflug ins größte Korallenriff der Welt, dem Great Barrier Reef.

Links zum Beitrag

Djabugay Aborigines

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