Bali – Inseltraum oder Alptrauminsel?

Bali ist mit seinen palmengesäumten Stränden, seiner exotischen Kultur, türkisblauem Meer und lächelnden Menschen wohl der Urlaubstraum vieler Menschen schlechthin. „Eat, Love, Pray“ kommt einem unweigerlich in den Sinn und man ertappt sich an einem trüben, kalten Wintertag in Europa in einem tropischen Tagtraum …

Und ja, all dies findet man tatsächlich auf der Insel der Götter! Daneben aber noch viel mehr, und das leider nicht nur im positiven Sinne. Die Trauminsel hat sich im Laufe der Jahre ausverkauft. Wie die Deutschen in Horden alle Jahre wieder auf Mallorca pilgern, fliegen die Australier auf Bali. Laut einer Studie stiegen die Urlaube der Australier auf Bali in den letzten Jahren um weitere zehn Prozent. Und die Balinesen haben sich darauf eingestellt, sich mittlerweile ganz dem Tourismus verschrieben. Bevor wir näher auf die Problematik, aber auch auf die schönen und positiven Seiten der Insel eingehen, ein kleiner Faktencheck:

Staatsform & Religion

Bali ist eine der über 17.500 Inseln des größten Inselstaates der Welt, der Republik Indonesien. Indonesien ist mit 255 Millionen Einwohnern der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt und auch jenes Land mit der weltweit größten Anzahl an Muslimen. Von den 255 Millionen Einwohnern leben 4,2 Millionen auf Bali. Bemerkenswert ist, dass über 90% der Balinesen Hindus sind und keine Muslime, wie auf seinen Nachbarinseln. Man praktiziert hier eine spezielle Form des Hinduismus, die Hindu-Dharma Religion, eine Art Mischung aus Hinduismus und Naturreligion, die sich im Hinblick auf die Tatsache, dass Bali eine aktive Vulkaninsel ist, wohl selbst erklärt. Dabei spielt das Karma eine wesentliche Rolle im täglichen Leben der Balinesen. Sie bringen mehrmals täglich Opfer in verschiedenster Form dar.

Auf Bali gibt es schätzungsweise 20.000 Tempel. Nicht zuletzt deshalb wird die Insel auch die „Insel der Götter“ genannt. Vor allem, weil die Religion im Leben der Balinesen solch eine wichtige Rolle spielt, legen wir auch in unserem Bericht besonderes Augenmerk darauf, denn das ist es, was Balis Reiz ausmacht.

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Hindutempel in Ubud

Tempel Dos and Don’ts

Es gibt wohl kaum einen anderen Ort auf dieser Welt, wo eine Frau so selbstverständlich danach gefragt wird, ob sie menstruiert. Man macht hier kein großes Tamtam. Ist es so oder nicht? Wenn nicht, darf man ungehindert einen Hindu-Tempel bzw. andere hinduistische Heiligtümer (wie z.B. auch den heiligen Berg Mount Batur) betreten. Daneben gibt es meist die Aufforderung, einen balinesischen Sarong zu tragen, selbst wenn man knöchellange Hosen trägt. Den Sarong gibt es häufig kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr von 10.000 Rupiah (65 Cent) auszuborgen. Auch die Schultern sollten bedeckt sein. An bestimmten Tempelzeremonien darf man ausschließlich in voller balinesischer Tracht, dem Adat (inklusive korrekter Frisur der Frauen und Kopfbedeckungen der Männer) teilhaben.

Die Religion selbst stellt sich als sehr kompliziert dar. Sie unterscheidet sich wesentlich vom Hinduismus, den wir in Malaysien kennenlernen durften und selbst in Indien ist der Glaube nicht homogen, sondern wird je nach Region sehr unterschiedlich gelebt. In der Diaspora haben beispielsweise indische Traditionen überlebt, die in Indien selbst bereits vor langer Zeit an Bedeutung verloren haben.  Immerhin wurde Bali bereits in vorchristlicher Zeit von südindischen Einwanderern bevölkert und der Hinduismus hielt um das 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. Einzug auf der Insel. Seit jeher wurde der Hinduismus mit dem tief verwurzelten, uralten Naturglauben gemischt. Die Menschen glauben an die Naturgewalten, sind geprägt durch Vulkanausbrüche, heftige Meereswogen, Stürme, aber auch die positiven Seiten dieser Naturphänomene wie z.B. die aus dem Vulkanismus resultierende Fruchtbarkeit des Bodens. So opfern die Menschen mehrmals täglich und nicht nur das: sie opfern an mehreren Orten mehrmals täglich. Überall findet man in Bali kleine Opfergaben, häufig auf dem Gehsteig oder den Stufen zu einem Hotel oder Restaurant – man ist dankbar für jeden Gast. Manchmal findet man vor jeder Hotelzimmertür eine Opfergabe – für jeden Gast eine, z.B. ein kleines Stück Bananenblatt von ca. 2 x 2 cm mit etwas Reis. Die etwas größeren Gaben sind etwa handtellergroß, bestehen aus einem kunstvoll gefertigten Bananenblatt-Träger, worauf kleine Opfergaben wie frische Blüten, Räucherstäbchen, manchmal Zigaretten oder Kekse gelegt werden … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jedes Haus besitzt mindestens einen Haustempel, jede kleinere Siedlung einen größeren Gemeinschaftstempel und die nächst größere einen größeren u. s. w. In unserem Hotel im Norden Balis wurde beispielsweise an 5 Orten zu 4 Tageszeiten geopfert. Mit jeder Opfergabe wird ein kleines Gebet gesprochen. Viele Opfergaben dienen den streunenden Tieren wie Hunden und Katzen, aber auch Ratten, Vögeln und Eichkätzchen als Nahrungsquelle.

In den Tempeln selbst wird natürlich größer und aufwendiger geopfert. Es gibt zahlreiche Götter, die es zu besänftigen gilt. Darunter sind die bekannten indischen Gottheiten wie Ganesha, Krishna, Vishnu, Lakshmi oder Shiva, aber auch eine Menge anderer – an ihrer Zahl weit über hundert. Auch der Schamanismus ist weit verbreitet.

Die ersten Tage …

Wir besuchten die indonesische Insel im Februar. In der Regenzeit nach Bali zu reisen, ist hat seine Vor- und Nachteile. Einerseits ist alles billiger, vom Hotel über den Verleih von Mopeds bis hin zum Essen oder Ausflügen, andererseits regnet es häufig. Man kann davon ausgehen, dass kein Tag ohne Regen vergeht. Meist ist es vormittags schön und klar, ab Mittag türmen sich die Wolken zu bedrohlichen schwarzen Monstern und die Luftfeuchtigkeit und tropische Hitze leisten ihren Beitrag zur Entladung. Oftmals blitzt es und regnet dann den ganzen Nachmittag. Abends wird es häufig wieder klar. Im Landesinneren gewittert es öfter als an der Küste. Vor allem an der Süd-Westküste muss man mit geringeren Niederschlagsmengen rechnen, als an der Nord-Ostküste. Seine Aktivitäten sollten man also auf den Vormittag legen und den Nachmittag eher zum Ausruhen nutzen.

Legian Beach

Von Singapur kommend landeten wir am Airport in der Inselhauptstadt Denpasar und nahmen ein Taxi zum nahegelegenen Strand in Legian. Die über eine App buchbaren Taxis sind vorwiegend von Grab oder Blue Bird, wobei letztere sehr häufig anzutreffen sind und eher einem „richtigen“ Taxi gleichzusetzen sind. Vom Flughafen weg führt allerdings kein Weg an den alteingesessenen Taxifahrern vorbei und hier ist der Preis Verhandlungssache. Wir bezahlten knapp 10 Euro vom Airport zum Hotel in Legian, wo wir die ersten Tage auf Balis Weststrand verbrachten. Legian Beach liegt etwas nördlich von Kuta, dem Touristenhotspot. Mittlerweile steht Legian aber dem in nichts nach. Unendliche Verkaufsstand-Ansiedlungen, Gassengewirr aus Hotels, Restaurants, Minimarts, Tätowierern, Laundry-Services, Geldwechslern, Masseurinnen, Zopferlflechterinnen und Mani- sowie Pediküre-Salons, Fetzengeschäften, welche für Schuhe, Schmuck, Taschen und allerhand anderen Krims Krams. Man wird, kaum setzt man einen Fuß vor das Hotel, permanent angesprochen, ob man denn nicht shoppen möchte, oder ein Taxi benötige. Das nach einigen Tagen schon eintönig wirkende „Yes, Boss! Transport, transport“ der Männer und „Yes, Massage!“ (häufig im Chor) der Frauen, wird vom routinierten Bali-Touristen gekonnt ignoriert.

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Sunset in Legian

Surfin‘ Bali

Die Wellen waren wunderbar zum Surfen geeignet, aber der Schock war komplett, als wir näherkamen: das war einer der dreckigste Strände, den wir auf unserer bisherigen Reise gesehen hatten (nur Sao Beach auf Phu Quoc war noch schlimmer). Nicht nur, dass sich der Plastikmüll meterhoch am Strand türmte, auch beim Paddeln hinaus aufs Meer blieben mit jedem Schlag ins Wasser Plastikfetzen zwischen den Fingern hängen.

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So sehr wir uns auch bemühten, diese Mengen an Müll auszublenden, es war einfach unmöglich. An anderen Stränden in anderen Ländern, z.B. in Kambodscha, Vietnam oder Thailand, hatten wir oft jenen Abschnitt, den wir nutzten von Hand vom Müll befreit und so zumindest 3 Meter Strandabschnitt müllfrei „genossen“, aber hier war dies unmöglich – ohne schweres Gerät war diesen Massen nicht mehr zu Leibe zu rücken. Der Plastikmüll wurde in regelmäßigen Abständen mit dem Bagger auf einen riesigen Haufen direkt am Strand aufgetürmt und stand dort tagelang zur Abholung bereit. Einstweilen wurde natürlich neuer Müll angespült. Selbst nach Beseitigung des groben Mülls blieb kleiner Kunststoff-Müll im Sand zurück, darunter beispielsweise Strohhalme, Lollipop-Stiele, Einwegbesteck und andere Plastikpartikel. Die Urlauber saßen am Strand, als kümmere sie das nicht. Lange kann dieser massive Raubbau an der Natur nicht mehr gut gehen. Unter diesen Umständen kann Meeresfisch nicht mehr gesund sein. Bali – die Trauminsell – zu einer Müllhalde verkommen?

Trotzdem gingen wir auch an den nächsten Tagen an den Strand von Legian. Wir versuchten, das beste aus der Situation herauszuholen und borgten uns zunächst ein Surfbrett und ein Bodyboard (um gemeinsam 150.000 Rupiah) aus. Dennoch verdarb uns der Müll echt die Laune. Wir surften mit vollem Eifer und wurden zunehmend besser. Ein Einheimischer verriet uns später, dass das Müllproblem jedes Jahr um dieselbe Zeit aufträte. Die Regenzeit beginne im November/Dezember, aber Jänner seien die Regenfälle dann so heftig, dass auf Java meterhohe Sturzfluten den Müll mit ins Meer rissen, erzählte er uns. Angespült würde er an Balis Weststrand. Er meinte, im Frühling wäre Schluss damit und der Strand wäre wieder sauber. Später haben wir aber auch auf Bali viele Müllablagestellen an Flüssen gesehen, die direkt ins Meer führten. Die Menschen legten es geradezu darauf an, die Regenfälle als „Müllabfuhr“ zu nutzen. Indonesien – als Inselstaat mit ungemein vielen Einwohnern sollte ein besonderes Augenmerk auf diese Problematik legen, vor allem angesichts der Tatsache, dass man hier größtenteils vom Tourismus lebt. Eine Maßnahme, die von der Regierung gesetzt wurde, ging beispielsweise nach hinten los: Jeden Schiff, das an einem indonesischen Hafen anlegen möchte, muss eine „Müllgebühr“ für den Schiffsmüll bezahlen. Diese Gebühr richtet sich offenbar nach dem Gewicht, sodass die Seeleute den Müll vor Anlegen an einem Hafen kurzerhand ins Meer kippen. Tja, auch so wird man seinen Müll los.

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Auf Plastikstühlen neben Plastikmüllhaufen dem Sonnenuntergang entgegen.

Inselrundreise auf dem Motorbike

Wie wir das schon in anderen Ländern erfolgreich praktiziert hatten, entschieden wir uns auch hier, die Insel per Moped zu erkunden … und das trotz Regenzeit! Nachdem wir auf der Straße einige Motorbike-Verleiher angefragt hatten und so einen guten Überblick über die Preise hatten, besorgten wir zwei Motorbikes über unseren Hotelconcierge – 2 Wochen – 2 Bikes – 1.200.000 Rupiah (75 Euro). Wir wollten die Insel im Uhrzeigersinn umrunden, um am Ende in Kuta noch ein paar Tage zu verbringen, bevor es nach Australien ging.

1. Stopp: Hindu-Wassertempel Tanah Lot

Unseren ersten Stopp legten wir am berühmten Wassertempel Tanah Lot ein. Der Tempel lag auf dem Weg zu unserem nächsten Hotel in Umadhatu.

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Candi benar – das gespaltene Tor nach Tanah Lot

Aber zunächst mussten wir uns durch den dichten Verkehr der Insel kämpfen. Angesichts der Tatsache, dass Regenzeit und somit Low Season war, herrschte unglaublich starker Verkehr auf der einfachen Landstraße, der wichtigsten der Insel. Der Hauptverkehr kommt von der Nachbarinsel Java, die westlich von Bali liegt, über die Fähre und führt von dort über die südliche Route quer durch die ganze Insel in die im Osten gelegenen Hauptorte Kuta und Denpasar. Wir sind mit Motorbikes durch ganz Vietnam und Laos gefahren, teils in Thailand und Malaysien, aber dermaßen anhaltend dichten Verkehr haben wir selten erlebt.

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In Tanahlot angekommen, bezahlten wir Eintritt (60.000 pro Erw. und 30.000 pro Kind, sowie weitere 3.000 pro Moped – alles in allem umgerechnet knapp 12 Euro), parkten die Mopeds auf einem neuen, groß angelegten Parkplatz und stapften in der Hitze des frühen Nachmittags durch den von unzähligen Souvenirständen gesäumten Weg Richtung Meer.

Den Tempel selbst durfte man zwar nicht betreten – das war den Gläubigen vorbehalten und das nicht zu Unrecht, denn sie würden von den Touristenhorden in der Ausübung ihres Glaubens empfindlich gestört werden – aber am Grund des Tempels, in einer kleinen Grotte mit einer heiligen Quelle warteten zwei hinduistische Geistliche, die Besucher zu segnen. So sollte man sich zunächst die Stirn mit dem heiligen Wasser benetzen, bekam dann während der Worte des Segens mit Reis den Bindi (den typischen Hindu-Punkt zwischen den Augen, der das dritte Auge symbolisiert)  auf die Stirn gesetzt und eine duftende Blüte des Plumeria-Baumes hinters Ohr geklemmt.

Mit dem Segen auf der Stirn sahen wir uns noch ein wenig um und genossen den Blick auf die Wellen, die an den Felsen zerbarsten. Ein angeschlossener Garten, der in die nächste kleine Bucht führt, lädt zum Verweilen ein. Die Klippen ragen meterweit aus dem Meer, an einer Stelle bildet ein riesiger Fels ein Tor – ein hübsches Fotomotiv.

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Felsformation in Tanah Lot

Nachdem wir alles ausgiebig besichtigt hatten, setzten wir uns wieder auf die Bikes und düsten in unser Resort. Unser „Haus“ lag in einem Retortendorf aus insgesamt 20 Häusern inmitten der Reisterrassen. Wir hatten zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, eine Küche und einen Gartenbereich mit Sitzmöglichkeit. Gleich daneben lag ein Wasserpark. Was mehr konnte man sich wünschen?

In der Nähe des Resorts lagen auch einige Strände, die allerdings ohne Fahrzeug schwer zu erreichen waren. Besonders schön war der schwarze Vulkanstrand Soka (s. auch Titelbild).

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Soka Beach

2. Stopp: Lovina Beach

Nach ein paar schönen Tagen in Umadhatu fuhren wir quer durch die Insel in den Norden. Der Badeort Lovina sollte unser nächstes Ziel sein. Wir durchquerten die Insel über einen Vulkan, fuhren vorbei an Reisterrassen und tropischen Berghängen.

Am Strand angekommen, waren wir wieder mitten im Touristentrubel. Von allen Seiten wurden wir von Anbietern belagert: Bootstouren, Zopferlflechten, Schnorcheltrips … Bei der Gelegenheit buchten wir gleich für den nächsten Tag eine Delphintour. 100.000 pro Erw. und 50.000 pro Kind inklusive Frühstück am Boot, hörte sich gut an. Um kurz vor 6.00 Uhr sollten wir am Pier sein.

Dolphin Watching entpuppt sich als Delphin Hetzjagd

Pünktlich um 6 Uhr morgens starteten wir unsere Bootsfahrt. Mit uns im Boot fuhr auch ein junges deutsches Pärchen mit (obwohl uns der Bootsbesitzer am Vortag noch versichert hatte, dass wir das Boot allein hätten). Nachdem wir gut eine Stunde lang auf’s Meer rausgefahren waren und hinter Bali einstweilen die Sonne aufging, hatten wir leider immer noch keinen Delphin erspäht. Der Fahrer entschied dann, an eine andere Stelle zu fahren. Dort wurden wir Zeugen einer regelrechten Treibjagd auf die Tiere. Mindestens 20 bis 30 Boote lauerten den Delphinen auf und spurteten sofort hinterher, wenn einer an der Wasseroberfläche zu sehen war. Unser Fahrer war so aggressiv, dass er den Delphinen ständig den Weg abschnitt, damit wir den „besten Blick“ bekämen. Es war das reinste Gedränge, einer Regatta gleich. Ein Wunder, dass die Tiere nicht von den unzähligen Booten verletzt wurden. Nach gut einer halben bis dreiviertel Stunde Hetze über’s Meer, zwischen schwimmendem Plastikmüll hindurch, hielten wir inne und frühstückten – es gab gebackene Bananen und Tee bzw. Kaffee. Danach fragte uns der „Kapitän“, ob wir weiter Delphine sehen wollten. Das junge deutsche Pärchen wollte, wir weigerten uns heftig und äußerten Bedenken an dieser „Art von Delphinsichtung“. Als wir meinten, wir wollten an der Treibjagd nicht mehr teilhaben, bekamen offensichtlich auch unsere deutschen Mitfahrenden ein schlechtes Gewissen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Die Menge an Booten war einfach zu groß, und das in der Nebensaison. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was hier in der Hauptsaison los ist. Die Tiere schwammen genau dort, wo der meiste Müll im Meer schwamm. Als wollten sie den Menschen aufzeigen, was sie ihnen antaten. Uns taten sie leid und wir waren froh, auch in Laos nicht die Irrawaddy Delfine gesehen zu haben. Besser, man lässt die Tiere in Ruhe.

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Dolphin „Watching“ in Lovina

Tags zuvor wären wir beinah zu einem Schnorcheltrip überredet worden – wir würden Mantas, Clown-Fische, Korallen, Barracudas und viele andere Tiere sehen – im glasklaren Wasser, versprach man uns. Gekostet hätte der Trip pro Erw. 65 Euro (Tagestrip zu einer kleinen Insel neben Bali, Naturschutzgebiet, mit Mittagessen, mehrere Schnorchelspots und ein Inseltrekking); er wollte uns einen Super-Aktionspreis von 35 Euro gewähren, wenn wir es niemanden verrieten. Wenn man bedenkt, dass unser Koch vom vorigen Quartier nur 3,5 Mio. Rupiah pro Monat verdiente (200 Euro), wusste man, dass dieser Preis maßlos übertrieben war. Immerhin würden gut 10 Personen auf dem Schiff sein (wenn nicht mehr). Ein gutes Geschäft mit der Natur. Nach dem heutigen Delphintrip waren wir ernüchtert. Zahllose Plastiksackerl, aber auch Flaschen, Kleinplastik und Windeln trieben im Meer. Will man da noch mehr zu sehen? Für diesen Preis? Und wenn die Natur dort noch intakt ist, dann bestimmt nicht mehr lange.

Aufdringliche Verkäufer in Lovina

Zuhause in der Unterkunft angekommen, duschten wir und wollten dann zum Abendessen, als es plötzlich klopfte. Vor der Tür stand Jimmy Hendrix! Natürlich nicht der längst verstorbene Sänger, sondern ein Balinese, der sich so nannte. Wir wurden am Tag zuvor, als wir den Bootstrip buchten, von ihm gefragt, ob wir an einer Tanz-Performance balinesischer Kinder teilnehmen wollten. Um ihn „loszuwerden“ versprachen wir, darüber nachzudenken, hinzukommen. Wir sollten am nächsten Abend am Strand sein. Jimmy war sehr aufdringlich. Später entschlossen wir uns, wegen des zweifelhaften Eindrucks, den er gemacht hatte, nicht hinzugehen. Doch nun stand er vor unserer Zimmertür. Wir wussten nicht, wie er herausgefunden hatte, wo wir wohnten. Er wollte uns regelrecht zwingen, mit ihm zur Performance zu kommen. Er meinte, wir hätten es versprochen und er hätte sich auf uns verlassen. Die Kinder würden bereits in ihren Kostümen auf uns warten und wir wollten sie doch nicht enttäuschen. Außerdem hätten wir ihm per Telefon mitteilen sollen, dass wir nicht kommen würden, obwohl er uns am Vortag weder seine Nummer noch eine Flyer oder sonstiges mitgegeben hatte. Seiner Meinung nach bedeute unser Verhalten sowohl für uns als auch für ihn schlechtes Karma. Er gab vor, ein Zimmer mit Bühne dafür gemietet zu haben. Alles in allem hat er wirklich versucht, uns ein schlechtes Gewissen zu einzureden. Wir haben jedoch widerstanden. Als wir ihn endlich losgeworden waren, suchten wir im Internet nach einem Erfahrungsbericht und wurden prompt fündig. Die Berichte waren durchwegs negativ. Dieser „Jimmy Hendrix“ ist wohl schon Jahre mit dieser Masche in Lovina unterwegs und versucht Besuchern übertrieben hohe Summen für die Tanzperformance als „Spende“ aus der Tasche zu ziehen. Ob die Kinder jemals eine Rupiah davon sehen, ist mehr als unwahrscheinlich. Besser, man besucht eine offizielle Vorstellung.

In Bali sind die Verkäufer insgesamt sehr aufdringlich, besonders in Lovina. Schon bei unserer Ankunft – wir hatten noch nicht einmal unsere Taschen abgestellt und waren gerade mitten im Check-in – wollte uns jemand ein Ticket für einen Schnorcheltrip verkaufen. Er verfolgte uns bis vor unseren Bungalow … und das Hotelpersonal ist machtlos bzw. greift nicht ein. Es ist unglaublich anstrengend! Auf Bali darf man nie auch nur die Andeutung machen, dass man etwas kauft oder etwas bucht – man wird sofort in die Pflicht genommen. Man hätte es versprochen, es wäre ja fix abgemacht gewesen etc. Niemals etwas versprechen, keine vagen Andeutungen, einfach absagen, kein „maybe“, denn allein das bedeutet schon „ja“!

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Lovina Beach

3. Stopp: Der heilige Berg Mount Batur

Enttäuschende zwei Tage, unfähiges Personal, überteuertes Trekking …

Leider hat sich unsere Pechsträhne bis zum Mount Batur gezogen. Der heilige Berg im Landesinneren war unser nächstes Ziel. Er stellt DAS Heiligtum der Balinesen dar. Wir wohnten in einem Guesthouse mehr oder weniger direkt am Vulkansee. Es war landschaftlich zwar wunderschön, aber mit zunehmender Höhe war es auch zunehmend kälter geworden. Damit hatten wir nicht gerechnet, daher war das warme Gewand im Hotel in Legian geblieben.

Die beiden Girls vom Guesthouse wollten uns gleich bei unserer Ankunft eine Tour auf den Mount Batur verkaufen. Aber sie selbst waren nicht kompetent, den Preis auszuverhandeln. Sie mussten immer bei ihrem Chef rückfragen. Der aber „versteckte“ sich hinter seinen Angestellten und ließ uns nur per Telefon ausrichten, dass auch für die Kinder der volle Preis zu bezahlen wäre. 300.000 Rupiah pro Person und weitere 50.000 je Person für Leihjacken (billige Plagiate) hielten wir für zu hoch. Insgesamt wären wir also auf 1,4 Mio. gekommen (ca. 87 Euro) – für ein Sunrise Trekking (Abholung 3.30 Uhr – zum Sunrise am Gipfel, dann Frühstück oben und dann runter – um 8 Uhr wären wir zurück im Quartier gewesen). Wir waren schon dabei zu buchen, aber die Kreditkarte funktionierte nicht. Das Guesthouse bot nicht nur Trekking an, sondern – neben vielen anderen Buchungsservices – auch Geldwechsel (sonst gab es in der Gegend nichts). Wie alles andere, lag auch das in den Händen des Chefs. Am Abend gingen wir ein zweites Mal essen (im Guesthouse – das einzige, das sie gut und günstig konnten, war kochen) und fragten, wann der Chef kommen würde, wir müssten dringend Geld wechseln. Außerdem wollten wir mit ihm sprechen und uns eventuell einen besseren Preis für die Tour ausverhandeln. Als er nach 20.30 Uhr noch immer nicht da war und unser Trip für den kommenden Morgen noch nicht fix festgestanden hatte, sagten wir ab. Das war uns einfach zu kurzfristig. Den beiden Mädels war das egal.

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Am nächsten Tag fragte uns die Chefin, ob wir eine Nacht verlängern wollten und dann auf den Berg gehen wollten. Doch da hatten wir schon genug und die Wetterprognose sah schlecht aus. In dem Ort konnte man nichts machen, das nicht völlig überteuert war; z.B. gab es neben unserem Quartier ein Hot Springs Bad. Der Eintritt für Einheimische belief sich auf 100.000, für Ausländer aber auf 300.000 Rupiah (Kids die Hälfte) – 900.000 (60 Euro) waren etwas viel für ein balinesisches Bad mit einem Becken und zwei Rutschen. Noch dazu war das Wetter extrem unbeständig.

In Bali wurde gern auch für die Kinder auch der volle Preis verlangt – wo man hinsieht, werden Touristen so gut es geht, zur Kasse gebeten und das nicht zu knapp. Mittlerweile hatten wir wirklich genug; das erinnerte uns doch sehr an Kambodscha.
Resümee Mount Batur: In der Regenzeit ist der heilige Berg nicht empfehlenswert. Das Trekking ist überteuert, die Preise abgesprochen, das Wetter unbeständig. Wir verzichteten.

4. Stopp: Amed Beach – endlich Bali

Über den extrem steilen Kraterrand haben wir die Region um Mount Batur so früh am Morgen wie möglich verlassen, denn wir wollten nicht in den häufig mittags einsetzenden Regen kommen. Über eine extrem Steile Route, auf der beinahe unsere Bremsen versagt hatten, gelangten wir über die nördliche Hauptstraße nach Amed.
Wir hatten den Jackpot gebucht. Ein Resort mit Pool direkt am Meer mit Familienzimmer inklusive Frühstück. Das Zimmer war sehr sauber und groß und für uns bestens geeignet. Alles war sehr gut gepflegt und das Personal ausgesprochen nett. Nach Lovina und Mount Batur Balsam auf unsere Seelen. Endlich konnten wir die Insel so kennenlernen, wie man sie sich vorstellt.


Finally in Love with Bali!

Im sauberen Pool badend, konnten wir direkt aufs Meer blicken. Vor der Haustür befand sich sogar ein Korallenriff mit wunderschönen Fischen, sauberem Meer und vielen Korallenarten. Wer hätte das gedacht? Sauberes Meer um Bali! Die Fische waren wunderschön und die Korallen teils riesig. Zudem war das Essen hier in der ganzen Region absolut nicht teuer und im Hotel durften wir Wasser kostenlos nachfüllen, um das Meer vor der Plastikverschmutzung zu bewahren. Es geht auch anders! Leider war es der einzige Spot, an dem dies möglich war.

Tempelfest am Bergtempel Pura Lempuyang

Der Besitzer unseres Hotels in Amed erzählte uns beim Frühstück, dass im nahegelegenen Hindutempel Lempuyang ein wichtiges Fest stattfinde, das über einen Monat lang dauern würde.

Der Bergtempel Pura Lempuyang liegt in der Nähe von Amed und ist einer der ältesten und heiligsten Balis. Im Grunde handelt es sich um einen Tempelkomplex, der sieben Tempel beherbergt.  Gegen eine kleine Spende für den Eintritt und eine Leihgebühr von je 10.000 Rupiah bekamen wir Sarongs und einen Plan des Tempelgeländes. Darauf waren alle Gebäude des Komplexes und empfohlene Wanderwege dorthin verzeichnet. An besagtem Tag herrschte aber am Haupttempel so reges Treiben, dass wir uns mit dem Besuch desselben begnügten. Wir hatten ja schon Hindufesten in Malaysien beigewohnt, aber dieses hier in Bali war etwas ganz unvergleichliches.

Es waren sehr viele Gläubige anwesend. Beim Betreten des Haupttempels wurden wir mit Weihwasser gesegnet. Viele standen mit ihren Opfergaben an, um nach oben über die Stufen ins Allerheiligste eintreten zu können und ihre Segnung abzuholen. Touristen wurde der Eintritt in diesen Bereich des Tempels verwehrt, aber wir durften an den Festivitäten am Fuße teilhaben. Es wurde traditionelle Musik gespielt und viele weißgekleidete Frauen jeden Alters tanzten dazu. Vor dem sogenannten „Himmelstor“ standen die westlichen Touristen Schlange für ein Foto. Normalerweise konnte man durch das gespaltene Tor den gegenüberliegenden Vulkan ausmachen – an jenem Tag herrschte allerdings Nebel. Ein Postkartenmotiv wurde es also nicht und so begnügten wir uns mit den wesentlich interessanteren Bildern der Gläubigen in ihrer traditionellen balinesischen Tracht.

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balinesischer Reigen beim Tempelfest

5. Stopp: Ubud – Kultur & Shopping

Crowded, crowded, overcrowded – beschreibt diesen Ort wohl am besten! Hier herrscht extrem viel Verkehr – tagsüber führt durch die Stadt ein permanenter Stau. Viele Tagestouristen kommen aus Kuta, abends wird es dann ruhiger. Die abgasgeplagten Hauptstraßen säumen schöne Boutiquen, Kunsthandwerksläden, aber auch Straßenstände mit der üblichen Fabriksware wie sie auch in Kuta angeboten wird. Unglaublich, wie viele Produkte man auf allen Märkten Südostasiens wiedersieht – Körbchen-Handtäschchen, bemalte Holzpenisse, Fächer und T-Shirts mit den gleichen Motiven, nur wechselnden Beschriftungen wie „Bali“, „Laos“ oder „Thailand“ – same, same but different! Besser ist man mit den etwas teureren aber authentischen Souvenirs bedient. Außerdem gibt es in Ubud (wie auch in Kuta) Niederlassungen der großen Surf-Marken wie Roxy, Quiksilver und Billabong, deren Produkte um nichts günstiger sind als in westlichen Ländern. Bali bietet unglaublich schöne Handwerkskunst wie man an den reich verzierten Tempeln, den edel gefertigten Möbeln und Korbwaren erkennen kann. So gibt es hier beispielsweise auch schöne Wohn- und Modeaccessoires zu kaufen. Möchte man wirklich Authentisches, muss man sich Zeit nehmen und suchen. Man findet Schönes bestimmt nicht nur in Ubud. Was vor einigen Jahren vielleicht noch ein Geheimtipp für wahre Handarbeitskunst war, hat sich leider selbst dem Konsumwahn der Massen geopfert. Dennoch übt die alte Stadt mit ihrem ganz eigenen Flair eine besondere Anziehung aus. Es reihen sich nette Imbisse und Restaurants aneinander und immer wieder entdeckt man schöne Boutiquen, Eisdielen, Tempel und Bungalow-Anlagen (ja, mitten in der Stadt in den verwinkelten Hinterhöfen tut sich eine ganz andere Welt auf!).

Da während unseres Aufenthalts in Ubud ein wichtiges Tempelfest stattfand, zu dem ausschließlich Gläubige in voller balinesischer Tracht eingelassen wurden, fiel die Besichtigung desselben flach. Ein weiteres Highlight der Stadt ist der Monkey Forest. Auf einen Spaziergang durch diesen Stadtpark mit Makaken verzichteten wir nach unseren negativen Erfahrungen mit den Tieren auf Cat Ba in Vietnam.

Kuta Beach – Endpunkt einer Inselrundfahrt

Den Abschluss unserer Balirundreise mit dem Motorbike bildete Kuta. Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten so ein paar regenfreie, sonnige Tage am Pool und am nur 200 Meter entfernten Strand genießen. Die Stadt ist bekannt für exzessive Partys, vor allem der „Aussies“. Club an Club, Bar an Bar, Restaurant an Restaurant, viele mit Live-Musik, unterbrochen von den unzähligen Geschäften und Ständen prägen das Straßenbild. Zu späterer Stunde wird hier nicht nur Legales angeboten. Für Geld kann man in Bali leider so gut wie alles kaufen, nur eines nicht: einen sauberen Strand! Während wir die Insel erkundeten, spülten die Wellen in Kuta und Legian nicht nur Kunststoffabfall, sondern auch Unmengen an anderem Unrat an – das meiste glücklicherweise biologisch. Es türmten sich Kokosnüsse, Baumstämme und andere Holzreste am Strand.

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Kuta Beach

Betrug beim Geldwechsel in Legian und Kuta!

Zum Schluss noch eine kleine Anektote zum Geldwechsel:
Betrug beim Geldwechsel hatten wir in keinem anderen Land zuvor erlebt. In Kuta und Legian gibt es Horden von Geldwechslern und sie überbieten sich geradezu mit ihren Kursen. Manche davon sind so unverschämt hoch, dass sie sogar die offiziellen der Banken übertrafen. Aber Vorsicht – zu hohe Kurse verraten Betrüger!

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typische Wechselstube auf Bali

Vom viel zu hohen Kurs angezogen – über 16.000 Rupiah pro Euro – beschlossen wir, gleich 200 Euro wechseln zu lassen. Der Geldwechsler rechnete am Taschenrechner den Betrag vor und begann das Geld auszuzahlen. Auffällig war, dass er nur 50.000er Scheine hatte. Er zählte immer 500.000 Rupiah auf einem Stapel – insgesamt wurden es 6 Stapel (3 Mio. Rupiah). Nun fehlten noch 138.000 (keine 10 Euro) auf den Gesamtbetrag. Er lud mich ein, es nachzuzählen und lenkte meine Aufmerksamkeit besonders auf die Auszahlung des kleinen Betrags, der über die 3 Millionen hinausging. Ich war schon etwas misstrauisch und betrachtete die Scheine genau. Irgendetwas stimmte nicht. Die Scheine waren es aber nicht. Während ich das Geld Stapel für Stapel nachzählte, bereitete der Geldwechsler die 138.000 vor und gab mir das „Kleingeld“, er stapelte die 6 je 500.000er Stapel zu 3 je 1 Mio. Stapel. Dann gab er das Kleingeld raus und stapelte die drei Millionen-Stapel auf einen. So lenkte er mich ab, dass ich nicht bemerkte, dass er einen der Millionen-Stapel einstreifte und mir diesen schlussendlich unterschlug. Aufgrund der großen Menge an Scheinen fiel mir das gar nicht auf. Midori, die die ganze Zeit über neben wir gestanden war, war auch nichts aufgefallen. Ich stopfte das Geld in mein Portemonnaie, das ich gar nicht mehr zuklappen konnte, verstaute es in meiner Tasche und verließ zufrieden den Shop. Alles schien seine Richtigkeit zu haben. Wir kauften noch ein paar Kleinigkeiten und gingen dann nach Hause. Erst am nächsten Tag zählte ich das Geld zuhause nach, da ich es zwischen mir und Andi aufteilen wollte. Nun entdeckte ich die fehlende Million. Das sind umgerechnet immerhin 65 Euro. Ich war nicht nur wütend auf mich selbst, dass ich so naiv gewesen war, mich betrügen zu lassen, sondern natürlich auch auf den Geldwechsler.
Beim Frühstück fragten wir das Hotelpersonal nach der Touristenpolizei. Der Hotelmanager erkundigte sich, was denn passiert sei. Wir erzählten ihm die Geschichte. Er meinte, dass das in letzter Zeit hier öfter vorgekommen sei. Wir sollten uns das fehlende Geld vom Geldwechsler holen. Der Security des Hotels würde uns begleiten. Falls wir es nicht zurückbekämen, könnten wir immer noch die Touristenpolizei holen. Wir marschierten also mit dem Security im Schlepptau zum Geldwechsler und hatten uns in Gedanken schon schlimmste Szenarien ausgemalt, was alles bei dieser Reklamation passieren könnte. Aber als wir dort eintrafen, bat er uns sofort in die Wechselstube – er wollte offenbar kein Aufsehen auf der Straße erregen. Wir erklärten ihm die Sachlage und er zahlte uns ohne Zögern oder Murren die Million aus. Wir waren sehr überrascht, dass das so rasch und ruhig vonstatten ging. Er meinte, nun wäre es ja okay und wir bräuchten keine Polizei. Wir sagten ihm, wenn er es noch einmal versuchte, würden wir ihn anzeigen. Die restlichen Transaktionen haben dann aber bei autorisierten Geldwechslern durchgeführt, die allerdings rein optisch nicht so leicht von Trickbetrügern zu unterscheiden sind. Am besten, man erkundigt sich in seiner Unterkunft nach einem vertrauenswürdigen Geldwechsler und schaut dem Wechsler immer gut auf die Finger! Als Faustregel gilt, dass er/sie das Geld nach Auszahlung nicht mehr anfassen darf! Also, Augen auf beim Geldwechsel auf Bali!

Resümee

Bali ist so vielseitig wie kaum eine andere Insel. So wunderschön, freundlich, nett und ehrlich seine Bewohner sein können, so sehr kann man aber auch auf die andere Seite treffen: ein dreckiges, enttäuschendes Bali, Menschen, die einen übers Ohr hauen wollen, tiefste Armut, arbeitende Kinder, Umweltverschmutzung, Drogensumpf, … Obwohl wir die Zeit auf Bali nicht missen möchten, würden wir Bali nicht weiterempfehlen. Um dasselbe Geld bekommt man anderswo einen schöneren und stressfreieren Urlaub und vielleicht ein bisschen Inseltraum dazu.

Reisezeit

Wir besuchten Bali von Ende Jänner bis Mitte Februar 2019.

Links

Bali auf Wikipedia
Lempuyang Temple auf Wikipedia

So geht es weiter …

Von Bali flogen wir nach Cairns in Australien … und dort haben wir eine Menge erlebt! Unsere Berichte dazu findet ihr demnächst in der Kategorie „Australien„.

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