Der spannende Süden Laos‘: 4.000 Inseln im Mekong – Pakse – Bolavenplateau – Vat Phou

„Southern Laos – Charming by Nature” lautet das Motto des laotischen Tourismusverbandes. Und besser könnte man den Süden Laos‘ nicht beschreiben! Das ganze Land strotzt weniger von kulturellen Highlights – nicht, dass es keine gäbe wie unsere Berichte über Luang Prabang und Vientiane verraten – denn von einer abwechslungsreichen, wohl konservierten, fast unberührten Natur. So findet man im Norden undurchdringliche Wälder, durch die noch Tiger und anderes wildes Getier streichen soll, im Osten Berge, teils aufgrund der maroden Infrastruktur unüberwindbar und schier endlos und im Zentralland die berühmte Ebene der Tonkrüge. Doch der Süden beherbergt ein ganz besonderes Naturjuwel: Andere Länder können mit traumhaften Stränden aufwarten, Laos mit Si Phan Don, den 4.000 Inseln im Mekong!
Kurz bevor der Mekong das Land nach Kambodscha verlässt, dehnt er sich in einem Gebiet von mehreren Quadratkilometern auf eine Breite von teilweise 17 Kilometern (!) aus.  Hier konnte sich ein Archipel von rund 4.000 Inseln bilden.

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das ist nur ein kleiner Teil der Wasserfälle, rechts im Bild ist eine der Ziplines zu sehen

Per Nachtbus zu den 4.000 Inseln im Mekong

Jene laotische Stadt, die den 4.000 Inseln am Nächsten liegt und über einen Flughafen verfügt, ist Pakse. Hat man wenig Zeit, bietet es sich an, über diesen Flughafen die Inseln anzusteuern. Wir hatten Zeit und wollten zudem unsere Flugkilometer so gering wie möglich halten, sodass es für uns ganz selbstverständlich war, auf dem Landweg anzureisen. Von der Hauptstadt Vientiane aus planten wir die Weiterreise über Pakse nach Don Khon, einer der größten Inseln der 4.000. Am Tag vor unserer geplanten Abfahrt in den Süden Laos‘ besorgten wir uns in Vientiane die Tickets für den Nachtbus. Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen. Wir haben für die ca. 800 Kilometer lange Fahrt 220.000 Kip (22 Euro) pro Person inklusive Abholung vom Hotel und Überfahrt nach Don Det, jener Insel, die touristisch am bedeutsamsten und daher am häufigsten angesteuert wird, bezahlt. Der Pick-up vom Hotel war für 18:30 Uhr vorgesehen, die tatsächliche Abfahrt mit dem Nachtbus vom Busbahnhof sollte um 20:30 Uhr erfolgen. Nach Wartezeiten, Ticketkonfusionen und Diskussionen mit anderen Fahrgästen wegen doppelter Nummernvergabe der Schlafplätze, konnte es endlich losgehen. Wir waren recht beeindruckt von den bequemen Zweier-Schlafkojen, die mit kuscheligen Decken und Polstern ausgestattet waren. Man konnte sich auch als Europäer ganz ausstrecken.

Dieser Bus verdiente tatsächlich die Bezeichnung Nachtbus. Dafür ließen die Straßen zu wünschen übrig. Aber das waren wir in Laos ja schon gewöhnt und so waren wir umso mehr verwundert, dass der Bus die 670 Kilometer bis Pakse überhaupt in 12 Stunden geschafft hatte. Am Busbahnhof in Pakse wurden wir schon vom Betreiber des Minibusses für die Weiterfahrt zu den 4.000 Inseln erwartet. Er meinte, dass wir spät dran seien. Um 9 Uhr fuhren wir los Richtung Inseln. Der Fahrer hatte aber allerhand Privatangelegenheiten zu erledigen, wodurch wir für die ca. 150 Kilometer statt der veranschlagten eineinhalb Stunden fast vier Stunden brauchten! Einige hundert Meter vor dem Bootsanleger – dieser war noch nicht in Sicht – wurden wir vom Fahrer ohne Worte abgesetzt. Erst andere Touristen, die auf dem Rückweg von den Inseln waren, informierten uns, dass wir noch ein Stück Fußmarsch vor uns hätten. Wir schleppten unser Gepäck durch die Hitze auf der Suche nach dem Bootsanleger, tauschten dort die Bustickets in Fährtickets und bestiegen das traditionelle Holzboot, das auf Don Det, die Nachbarinsel Don Khons zusteuerte. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, ob wir Don Det auf dem Landweg durchqueren und über die alte, französische Eisenbahnbrücke nach Don Khon überwechseln mussten. Aber der nette Fährmann ließ zunächst eine Touristengruppe auf Don Det aussteigen und schipperte uns für eine Gebühr von 5.000 Kip pro Person (0,50 Euro) weiter nach Don Khon. So kamen wir in den Genuss einer wunderschönen, exklusiven Bootsfahrt über den Mekong zwischen den Inseln.

Der Bootskapitän setzte uns direkt an einer der vielen Homestays am Mekong zwischen Don Det und Don Khon ab. Selbst auf diesem „kleinen Durchfluss“ (s. Bild der Karte) war der Mekong fast so breit wie die Donau in Österreich. Unser Zimmer verfügte über eine Terrasse über dem Mekong mit Daybeds und Hängematten, von wo aus wir jeden Abend herrliche Sonnenuntergänge genießen durften.

Mit dem Fahrrad auf Don Khon unterwegs

Wir mieteten bei einem der vielen Verleiher Fahrräder um 10.000 Kip pro Tag (1 Euro) und fuhren die holprigen Wege am Ufer Richtung Westen ab. Bald erreichten wir die alte französische Brücke zwischen Don Det und Don Khon. Sie war in der französischen Kolonialzeit Ende des 19. Jahrhunderts als Eisenbahnbrücke errichtet worden. Daneben kann man heute eine alte Lokomotive besichtigen, die in den 1990er Jahren im Dschungel entdeckt und vom Dickicht befreit worden war. Die Franzosen hatten vor ca. 170 Jahren eine Expeditionsmannschaft in diese Gegend geschickt, in der Hoffnung, einen Schiffsweg von China bis ins süd-chinesische Meer in Vietnam über den Mekong zu finden. Dabei stießen sie auf eine gewaltige Barriere – die monumentalen Wasserfälle bei den 4.000 Inseln im äußersten Süden von Laos, etwa 10 Kilometer vor der Grenze zu Kambodscha. Sie suchten einen Weg hindurch, konnten aber keinen finden. So hatte man geplant, das wuchtige Felsmassiv durch das der Mekong in Kaskaden in die Tiefe stürzte, zu sprengen. Dagegen wehrte sich aber die Bevölkerung recht erfolgreich – Gott sei Dank wurde dieses Wunder der Natur nicht zerstört. Man verfolgte dann also Plan B und errichtete eine Eisenbahnstrecke über die größten drei Inseln und verband sie mit Brücken. Aufgrund unüberwindbarer natürlicher Hindernisse und den jährlich wiederkehrenden Regenfällen wurde das Projekt aufgegeben, bevor es überhaupt fertiggestellt werden konnte. Heute existieren die Schienen auf der Brücke nicht mehr – sie wird einspurig von Touristen-Pick-ups, Tuk-Tuks, Motorbikes, Fahrrädern und Fußgängern genutzt. Wir setzten auf die andere Seite nach Don Det über und erkundeten dort ein wenig die Wege. Don Det war die erste Insel, die von Backpackern in den 1990er touristisch erschlossen worden war. Hier wurden die ersten Unterkünfte gebaut. Heute ist Don Det eher als Partyinsel bekannt, während Don Khon mit Entspannung lockt.

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mit dem Fahrrad auf Don Khon unterwegs
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Relikt aus der französischen Kolonialzeit
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am Abzweiger zum Tat Somphamit Wasserfall – auf dem Wegweiser ist unser „rillaz on tour“ Pickerl in guter Gesellschaft
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Schule auf Don Khon: Das vordere Gebäude wird zwar nicht mehr für den Unterricht genutzt, dient aber als (nicht ganz ungefährlicher) „Spielplatz“.

Tat Somphamit Wasserfälle

Nur wenige Kilometer von unserer Unterkunft entfernt lagen die Tat Somphamit Wasserfälle. Dort hat man einen kostenpflichtigen Park angelegt. Wir bezahlten 35.000 Kip (3,50 Euro) pro Erw., Kinder kostenlos. Die Anlage war riesig. Eigentlich war es ein Naturschauspiel, das sich die Menschen hier zunutze gemacht haben. Wir marschierten Richtung Wasserfälle. Das Gebiet, auf welchem der Mekong über unzählige Kaskaden etwa 21 Meter in die Tiefe stürzt und sich seinen Weg durch einen Canyon sucht, kann wohl nur aus der Vogelperspektive komplett ausgemacht werden. An dieser Stelle ist der Fluss gut 14 Kilometer breit. Wir waren beeindruckt von den Wassermassen, der Naturschönheit dieser ganz besonderen Landschaft.

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Kleine, offene Bungalows laden zum Rasten und Landschaft-genießen ein. Gleich daneben liegt ein kleiner Sandstrand. Zu weit darf man allerdings nicht hinausschwimmen, sonst würde man von den Fluten mitgerissen. Das Wasser birgt hier eine ungeheure Kraft und Gewalt.

Die Kinder marschierten zum Eingangsbereich zurück, wo man in einem kleinen Flusslauf des Mekong in aller Ruhe gefahrlos baden kann. Auch wir folgten ihrem Ruf. Hier konnte man tatsächlich viel Spaß haben: mit einem Seil über den Fluss schwingen und sich ins Wasser fallen lassen, über eine kleine Seilbahn sausen und ins Wasser springen oder einfach eine Runde schwimmen.

Weiter vorne beim Restaurant hat man die Möglichkeit gegen eine Gebühr von 200.000 Kip (20 Euro) pro Erw. und 150.000 Kip (15 Euro) pro Kind die 580 Meter langen Ziplines über die Wasserfälle nutzen. Hier war sie also – die Vogelperspektive. Wir hatten auch ohne Ziplines viel Spaß und einen wunderbaren Tag am Mekong verbracht, uns herrlich erfrischt und ein gutes und gar nicht allzu teures Essen im dortigen Restaurant genossen. Kurz vor dem Sonnenuntergang sind wir mit unseren Fahrrädern noch zum Aussichtungspunkt für die Irrawaddy Delphine, den berühmten Flussdelfinen, gefahren. Angeblich kann man sie dort sehen. Wir hatten allerdings kein Glück. Auf einem Boot würde man sie zu 100% zu sehen bekommen, verriet uns ein Einheimischer (Bootsbetreiber). Das wollten wir dann aber lieber doch nicht, denn die seltenen Tiere sind vom Aussterben bedroht – der zunehmende Tourismus hat sie leider schon zu sehr zurückgedrängt.

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Watching for dolphins

Khonephapheng Wasserfall & ein Bad mit Wasserbüffeln

Tags darauf machten wir uns schon früh mit den Fahrrädern auf den Weg quer durch Don Khon zum Khonephapheng Wasserfall auf der östlichen Seite. Ihn zu finden war gar nicht einfach, weil die Beschilderung schlichtweg nicht vorhanden war. Die Wege waren in katastrophal schlechtem Zustand und so ratterten wir mit den Fahrrädern über den steinigen Feldweg wie über eine Bahntrasse. Dass es früher einmal tatsächlich selbige gewesen war, bemerkten wir erst, als wir Schienenreste fanden. Die Wasserfälle am Ende des Weges waren zwar ganz nett anzusehen, aber jene auf der anderen Seite spektakulärer. Wir hatten gehofft, dass man auch hier baden könnte, was leider aufgrund der starken Strömung unmöglich war.

Die Sonne wanderte mittlerweile unaufhaltsam in ihren Zenit und strahlte mit voller Kraft auf die Insel. Deshalb beschlossen wir, wieder die Badestelle im Westen aufzusuchen. Man ließ uns dieses Mal ohne Eintritt zu verlangen durch, weil wir nur den vorderen Bereich nutzen wollten und nicht nach hinten zu den Wasserfällen gehen würden. Wir hatten den gesamten Platz für uns allein … bis die Wasserbüffel kamen. Gemächlich stapften sie Richtung Fluss und machten es sich im Wasser bequem. Die drei ausgewachsenen und das Kleintier waren sehr friedlich. Auch als die Kinder mit der Seilbahn über den Fluss sausten und sich direkt neben ihnen ins Wasser plumpsen ließen, badeten sie gelassen weiter. Andi schwamm eine Runde um sie, auch das störte sie wenig. Ein Paradies für Mensch und Tier.

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Damian kurz vor dem Absprung zu den Wasserbüffeln – sie nahmen’s gelassen.

Genauso tiefenentspannt wie wir einige Wochen zuvor das Mekong-Delta in Südvietnam verlassen hatten, verließen wir tags darauf auch die Region der 4.000 Inseln im Mekong. Der Mekong und die Mentalität dessen Bewohner haben wohl eine ganz besondere Wirkung auf seine Besucher.

Pakse

Für den Transport von Don Khon nach Pakse bezahlten wir bei unserem Host 50.000 Kip pro Person (5 Euro). Insgesamt benötigten wir für die Fahrt über die Landstraße vorbei an der gleichbleibenden, ausgetrockneten Landschaft, die uns ein wenig an die pannonische Tiefebene in einem trockenen Sommer erinnerte, etwa 4 Stunden. Pakse selbst ist eine nicht sehr aufregende, aber saubere und ruhige Stadt. Hier findet man viele Restaurants für jeden Gusto. Pakse eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Gegend, oder den Grenzübertritt nach Thailand.

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Blick auf Pakse vom Golden Buddha View Point

Bolavenplateau

Mit zwei gemieteten Motorbikes (5 Euro pro Bike mit Schaltung) fuhren wir von Pakse gleich nach dem Frühstück auf das Bolavenplateau. Es liegt nur ca. 30 Kilometer entfernt und die Straße dorthin ist überraschend gut ausgebaut. Das 10.000 Quadratkilometer große Plateau liegt auf etwa 1.200 Metern Seehöhe und ist berühmt für seine unzähligen Wasserfälle und die Kaffee- und Teeplantagen. Einige Reisende, die wir auf unserem Trip durch Laos kennengelernt hatten, empfahlen uns, einen dreitägigen Loop auf dem Plateau zu fahren. Wir bekamen aber auch schon an einem Tag einen recht guten Eindruck dieser Region.

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Straße auf das Bolavenplateau

Tad Fane Wasserfall

Auf der Fahrt passierten wir unzählige Stände mit wunderschönen Korbwaren, selbstgemachten Messern, frischen Früchten und Kaffee. Bald erreichten wir den ersten Wasserfall. An einem Wartehäuschen bezahlten wir die Eintritte (10.000 Kip pro Erw.), parkten die Bikes und marschierten zum Tad Fane Wasserfall. Den Aussichtspunkt trennt eine gewaltige Schlucht vom Wasserfall. Eigentlich sind es Zwillingswasserfälle, die dicht nebeneinander über 100 Meter in die Tiefe stürzen. Der Blick über die schattige Schlucht und die dichten Urwälder, die einen Nationalpark bilden, den noch wilde Tiger, Leoparden und Elefanten durchstreifen, raubt einem den Atem. Das Tal wird von einer Zip-Line überspannt. Für 40 Dollar kann man über 4 Ziplines sausen. Ein besonderes Erlebnis muss wohl das ebenso angebotene „Frühstück zu zweit“ in der Mitte der Zipline mit Drohnenaufnahme sein. Wir begnügten uns mit dem fantastischen Ausblick. Er allein war schon tief beeindruckend. Dabei genossen wir einen frisch gebrühten Kaffee vom Anbaugebiet Bolavenplateau.

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Tad Gneuang Wasserfall

Nur ein kleines Stück der Hauptstraße weiter folgend gelangt man zum nächsten Wasserfall, dem Tad Gneuang. Hier bezahlten wir wieder 10.000 Kip pro Erw., Parken inklusive. Dem Wasserfall vorgelagert befanden sich wieder ein Restaurant, in dem wir anschließend einkehrten (gutes Essen und vertretbare Preise) und einige Verkaufsstände mit hochwertigen Waren der einheimischen Volksgruppen. Es wurde zwischen den Ständen an den traditionellen Webstühlen gewebt, sodass man überzeugt war, dass die Stoffe auch tatsächlich laotische Handarbeit waren. Außerdem gab es wieder schöne Korbwaren. Da wir mit leichtem Gepäck reisen mussten, kauften wir (leider) nichts und spazierten zum Wasserfall. Man nähert sich von oben, wo die Kühe auf der Wiese zwischen den gemütlichen Rastplätzen grasen. Einige kleine Brückchen führen über den Fluss. Sieht man das Gewässer, ahnt man noch nicht, dass das Bächlein kurz darauf tosend in die Tiefe stürzt. Wir folgten einem steilen Weg über betonierte Stufen zum Fuße des Wasserfalls. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick. Da man doch recht nahe am herabschießenden Wasser steht, muss man mit Sprühnebel aufs Kameraobjektiv rechnen.

E-Tu Wasserfall

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum dritten und letzten Wasserfall, den wir am Bolavenplateau besichtigen sollten, dem E-Tu Wasserfall. Er liegt auf dem Rückweg nach Pakse auf der rechten Straßenseite. Da er auf keiner Liste der Tourenanbieter steht, sind hier mit viel Glück keine anderen Touristen anzutreffen. Der Eintritt beläuft sich daher auf nur 5.000 Kip pro Person. Nachdem wir die 177 Stufen zum Wasserfall hinabgestiegen waren (ja, wir haben sie gezählt), waren wir schier überwältigt von seiner natürlichen Schönheit. Als wäre er einer Shampoo-Werbung aus den 1980er entsprungen, ergießt er sich über die konkave Felswand in den natürlichen Pool. Rundum wuchern Bananenstauden und andere Tropenpflanzen. Wir waren über zwei Stunden völlig allein und konnten dieses Naturschauspiel in vollen Zügen genießen.

Big golden Buddha

Auf der Rückfahrt vom Bolavenplateau an der Uferpromenade des Mekong in Pakse sahen wir auf er anderen Flussseite einen riesigen goldenen Buddha am Berghang. Er schien über den Mekong und Pakse zu wachen. Von dort oben – so stellten wir uns vor – musste der Sonnenuntergang einfach herrlich sein. Also fuhren wir über die Brücke (mit japanischen Hilfsgeldern finanziert) und hielten genau darauf zu. Wir parkten unsere Motorbikes am Fuße des Berges (3.000 Kip pro Bike) und marschierten die ca. 530 Stufen hinauf zu Buddha. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir nach den vielen Stufen, die wir die drei Wasserfälle rauf und runtermarschiert waren, gar nicht losgelaufen. Tja, Training hält fit. Es existiert übrigens auch eine Straße bis nach oben, wie wir später entdeckten. Die Buddha Statue wurde zu dem Zeitpunkt, als wir sie besuchten, renoviert. Dennoch genossen wir von oben einen herrlichen Ausblick über den Fluss und die Stadt. Erst später erfuhren wir, dass es sich hierbei um die größte Buddha-Statue Laos‘ handelt.

 

Vat Phou – Die Ursprünge von Angkor Wat

An unserem letzten Tag in Pakse unternahmen wir einen Ausflug zur Tempelanlage Vat Phou (auch Wat Phu) in der Nähe der alten Königsstadt Champasak, etwa 40 km südlich von Pakse. Als eine der ältesten archäologischen Stätten in Laos wurden Champasak und Vat Phou 2002 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
Wir überquerten zunächst die Brücke über den Mekong und fuhren dann die neu asphaltierte Straße am rechten Mekong-Ufer Richtung Champasak. Die Straße endet ca. 8 Kilometer vor dem Tempel und mündet in einem unbefestigten Pfad. Daher bogen wir an der Stelle links ab und fuhren durch die Dörfer weiter auf asphaltierten Wegen. Die gepflegten Dörfer mit den traditionellen Stelzenhäusern und den blühenden Büschen waren für sich schon die Fahrt wert. Die Menschen scheinen hier wohlhabender, als jene in den Bergen.

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Der heilige Berg Phou Kao (antiker Name Lingaparvata)

Bald erreichten wir ein Schild, das uns anwies rechts zum Vat Phou abzubiegen. Für das Parken bezahlten wir 5.000 Kip pro Bike und gingen Richtung Ticket Counter. Pro Ticket bezahlten wir weitere 50.000 Kip (nur Erw., für Kinder kostenlos). Darin inkludiert war auch die Besichtigung des Museums sowie der Transport mit einem Elektrocar zur archäologischen Stätte. Da das Car schon wartete, düsten wir gleich zum Tempel.

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schon der Zugang lässt die ursprüngliche Größe erahnen

Schon von weitem konnten wir den markanten Berg Phou Kao (s. oben) ausmachen, an dessen Fuß die Ruinen der uralten Tempelanlage Vat Phou liegen. Der Gipfel des Berges zieht mit seiner besonderen Form sofort die Blicke auf sich. Schon in längst vergangener Zeit erkannten die Menschen in dieser Form das Linga, das Phallussymbol des Hindugottes Shiva, aus dem der antike Name Lingaparvata resultiert und sein Ruf als heiliger Berg. Die ganzjährig aus einem Überhang des Berges sprudelnde Quelle hat die alten Herrscher wohl dazu veranlasst, hier einen Shiva-Tempel zu errichten. Die Anlage wie man sie heute vorfindet, erinnerte uns schon beim Betreten an Angkor Wat. Der Tempel selbst ist symmetrisch angelegt, ihm vorgelagert befinden sich zwei Wasserreservoirs (Barays), die rituellen Waschungen aber auch der Bewässerung der Felder dienten. In der Form hatten wir dies bereits in Angkor gesehen. Die Barays wurden von der Quelle aus dem Berg gespeist. Man glaubte, dass das Wasser vom Phallus des Gottes Shiva direkt aus dem Felsen rann. Es soll daher eine besonders fruchtbare Wirkung haben.

Gegründet wurde die Tempelstadt, auch Shrestapura genannt, Inschriften zufolge, schon Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. Im Laufe der Jahrhunderte verlagerte sich der Herrschaftsbereich der Khmer mehr und mehr in den Süden, in das heutige Kambodscha. Vat Phou verlor aber als bedeutendes heiliges Zentrum nie seine Bedeutung für die Khmer. In den Jahren zwischen 10. und 15. Jahrhundert wurde Shrestapura durch eine neue Stadt südlich des Tempels als Hauptstadt des Reiches abgelöst. Die ursprünglichen Gebäude wurden ersetzt, wobei einige der Steinblöcke wiederverwendet wurden. Die Herrscher dieser Zeit verpassten ihm den Khmer-Look der Angkor-Periode. Es existierte zu damaliger Zeit auch eine 250 km lange Straße zwischen Vat Phou und Angkor, sowie eine Verbindung ins heutige Vientiane (Vien Chan). Im 13. Jahrhundert, so nimmt man an, wurde der Tempel, wie die meisten im Khmer-Imperium, dem Theravada Buddhismus geweiht. Noch heute dient er Buddhisten als heilige Opferstätte.

Nachdem man über die in der sengenden Sonne liegende, teils eingestürzte Treppe empor zum eigentlichen Heiligtum vorgedrungen ist, erkennt man die Mystik und einzigartige Lage dieses Platzes. Hier oben, wo die Quelle aus dem Berg tritt, laden die alten Mauern zu einer kurzen Rast ein. Im Schatten der hohen Bäume genießt man einen herrlichen Blick über die darunterliegende Ebene bis hin zu den Ufern des Mekong.

Offenbar hatte es hier aber schon in prä-angkorianischer Zeit einen mystischen Kraftplatz gegeben. Die Ureinwohner der Gegend hatten in dem Felsen, der sich hinter dem Tempelplatz erhob schon lange vorher ein Phallus erkannt und dort eine Kultstätte errichtet. So opferte man den Naturgöttern Büffel und fing deren Blut in einer steinernen Krokodilform auf. Sie ist heute noch vor Ort. Einige riesige Steinblöcke weisen ebenso Spuren alter Kulturen auf. Einer beispielsweise hat die Form eines Elefanten. Diese Felsen befinden sich etwas abseits von unten zum Berg hinblickend auf der rechten Seite – zwei nette Laotinnen haben sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, uns diese Formen zu zeigen.

Nachdem wir den Berg wieder hinuntergestiegen waren, besuchten wir auch das Museum, wo viele aus den Ruinen geborgene Fundstücke ausgestellt waren. Für uns schloss sich der Kreis unserer Reise durch das ehemalige Gebiet der Khmer- und Cham-Kultur in Kambodscha, Vietnam und Laos. Der Besuch des Vat Phou bildete einen passenden und wunderschönen Abschluss unserer Reise durch die Mekong-Region.

Rückreise nach Vientiane

Wieder hatten wir am Vorabend bei einem der vielen Reiseveranstalter die Rückfahrt nach Vientiane gebucht. Am Abend wurden wir von unserem Hotel abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Die Fahrt retour verbrachten wir zwar in einem anderen Bus, dennoch war sie ähnlich jener auf dem Hinweg. Nach etwa 12 Stunden Fahrt erreichten wir die Busstation South (die aber eher im Norden Vientianes liegt) und von dort nahmen wir ein Sammeltaxi in die Stadt (30.000 pro Erw., 10.000 für Kinder). Von hier ging die Reise weiter in den Süden Thailands, wo wir über Weihnachten und Neujahr Freunde und Familie treffen sollten.

Reisezeit

Wir besuchten den Süden Laos Mitte Dezember 2018.

Links

Southern Laos – Charming by Nature
Vat Phou Official Site
Visit Laos (Kurzinfo über Vat Phou)

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