On a Roadtrip through Vietnam, Part 9: Hanoi – Der aufsteigende Drache

Vietnams alte Lady verblüfft uns mit einer Symbiose aus Geschichte und Dynamik – eine Stadt am Puls der Zeit! Die Hauptstadt Vietnams ist mit über 6,5 Mio. Einwohnern nach Ho Chi Minh City (s. unser Beitrag Sleepless in Saigon) die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie liegt im Nordosten im Delta des Rotes Flusses. Aus der geografischen Position leitet sich auch ihr Name, denn Hà Nội bedeutet „Stadt innerhalb der Flüsse“. Dabei wäre ihr alter Name Thăng Long („aufsteigender Drache“), viel treffender.

Hanoi ist die älteste bestehende Hauptstadt in Südostasien. 2010 feierte sie ihr 1000-jähriges Bestehen. Aber schon in der Bronzezeit gab es Ausgrabungen zufolge hier bereits eine bedeutende Siedlung. Im Laufe der Jahrhunderte unterlag sie den kulturellen Einflüssen zahlreicher Machthaber. Vor allem Chinesen und Franzosen, aber auch Russen haben das Bild der Stadt dabei am stärksten geprägt. Noch heute sind diese spürbar. Bei einem Streifzug durch die engen Gassen der Altstadt atmet man förmlich den Geist längst vergangener Epochen.

Hoan Kiem & French Quarter

Jene beiden Stadtviertel, die historisch und touristisch am interessantesten sind, sind zweifellos Hoan Kiem (Old Quarter) und das Französische Viertel (French Quarter). Auf ausgedehnten Streifzügen durch das Gassengewirr kann man Einkaufsstraßen genauso wie koloniale Gebäude, alte Pagoden und Tempel entdecken. Aber Hanoi bietet nicht nur Sightseeing, sondern auch ein sehr lebendiges Nachtleben, eine abwechslungsreiche Restaurant- und Streetfood-Szene sowie fantastische Spots für einfach nur coole Fotos. Wir haben in unserem Beitrag die Must Sees von Hanoi zusammengefasst.

 

Cyclo Tour & Egg coffee

Unser Hotel befand sich mitten in Hoan Kiem. Da lag es nahe, die Altstadt zunächst auf eigene Faust zu erkunden – stilecht auf einem alten Cyclo, einer Fahrradrikscha. Je Cyclo bezahlten wir 150.000 Dong (5,50 Euro) für etwa eine halbe Stunde Rundfahrt. Endlich mussten wir uns durch den dichten Verkehr nicht selbst kämpfen, sondern konnten ganz entspannt die Stadtansichten genießen. Dabei schossen wir ein paar tolle Bilder. Danach gingen wir in einem der zahlreichen Restaurants essen und gönnten uns anschließend in einem Café einen herrlichen Egg-Coffee sowie ein Egg-Beer. Dieser Leckerei haben wir sogar einen eigenen Beitrag gewidmet: Eine vietnamesische Spezialität: Egg Coffee – So viel sei verraten – beides schmeckte überraschend gut!

Bach Ma Temple – Tempel des weißen Pferdes

Auf unserer Cyclo-Tour stach uns der kleine Bach Ma Tempel in der Hang Buong Street Nummer 76 ins Auge. Er ist nicht ganztägig zugänglich, erst am Abend wurden seine Tore geöffnet. Der recht kleine Schrein ist schön renoviert und gut gepflegt. Nach dem Eingangsbereich durchquert man einen kleinen Innenhof und stößt auf den eigentlichen Altar. Darum rankt sich folgende Legende: Im 9. Jahrhundert wollte König Ly Thai To eine Zitadelle errichten, doch die Wände drohten ständig einzustürzen. Bach Ma (weißes Pferd), der Geist des alten Thăng Long (Hanoi), eilte zu Hilfe und stütze die Wände, sodass die Stadtmauern errichtet werden konnten. Zum Dank und zu Ehren des Pferdes ließ der König diesen Tempel errichten. Es heißt, er wäre der älteste Tempel Hanois, wobei dieses Gebäude aus dem 18. Jahrhundert stammt. Vermutlich stand der ursprüngliche Tempel an einem anderen Platz und wurde im 18. Jahrhundert hierher verlegt. Der Eintritt ist frei, ein Besuch auf einem Streifzug durch die Altstadt daher lohnenswert.

Free Walking Tour durch Hoan Kiem und das French Quarter

Die „Free Tour“ haben wir am Vortag online gebucht. Anbieter findet man auf Google oder TripAdvisor mehrere – wir haben die Tour bei „Hanoi Free Private Tour Guide“ (Link am Ende des Beitrags) gemacht. Durchgeführt werden die Touren von jungen Studentinnen, die ihre Englisch-Fähigkeiten aufbessern wollen. Als Lohn für ihre Dienste als Guide durch die Stadt kommt man für die Eintritte auf und lädt sie zum Essen ein. Free Tours erwartet sich lediglich eine Online-Bewertung auf TripAdvisor. Ein mehr als fairer Deal.

Pünktlich am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurden wir direkt vom Hotel von zwei netten, jungen, vietnamesischen Studentinnen abgeholt, Thơm und Quỳnh. Bevor wir uns ins Geschehen stürzten, haben uns die beiden eine Route vorgeschlagen. Da wir noch nie zuvor in der Stadt gewesen waren, willigten wir ein und marschierten los.

Typisches Händlerhaus in der Ma May Street 87
Unseren ersten Stopp legten wir bei einem alten Stadthaus aus dem 19. Jahrhundert ein. Es war einst das typische Haus eines reichen Händlers aus dieser Zeit. Noch heute findet man die Grundzüge der damaligen Architektur auch in neueren Häusern. Gegen eine geringe Gebühr von 5.000 Dong pro Person (25 Cent) durften wir eintreten. Die beiden Mädchen führten uns durch alle Bereiche des Hauses und gaben uns interessante Informationen zu Grundriss und Einrichtung:
Im vorderen Bereich befindet sich der Verkaufsraum, wo heute Handwerkskunst zum Kauf angeboten wird; darüber ist ein Hausschrein eingerichtet. Derartige Schreine findet man auch heute so gut wie in jedem Haus. Dahinter schließt sich der Innenhof an, der als Pufferzone zwischen quirligem Streetlife und den ruhigen Privaträumen fungiert. Im hinteren Bereich setzt sich das Haus mit der Wohnung des Händlers fort: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Badezimmer und Toilette.

 

So ließen wir uns u.a. erzählen, dass jeder taoistischer Hausschrein die fünf chinesischen Elemente enthalten müsse: Metall, Wasser, Holz, Feuer, Erde
Die Menschen schliefen auf Holzbetten ohne (!) Matratze – immerhin gab es so keine Bettwanzen. Wichtigen seien auch die drei Küchengeister. Sie werden in Vietnam vielerorts verehrt, da Geschichten zufolge sie sich jedes Jahr am 23. des letzten Mondmonats auf dem Rücken eines Karpfens auf den Weg in den Himmel machten, um dort dem Jadekaiser (ihn haben wir schon im Tempel des Jadekaisers in Saigon kennengelernt), über gute und schlechte Taten und Ereignisse in der Familie zu berichten. Später haben wir sie tatsächlich in vielen Restaurants, Hotels und Privathäusern des Landes wiedergesehen.

Hoan Kiem See & Jadeberg Tempel
Gemühtlich marschierten wir anschließend zum Hoan Kiem See, dem Herz des Viertels. Er trennt das Old Quarter vom French Quarter. Der See entstand durch den Rückstau des roten Flusses. Heute besteht allerdings keine Verbindung mehr. Das Wasser des Sees ist zwar leider nicht ganz sauber, die Anlage aber trotzdem sehr schön. Übersetzt bedeutet Hoan Kiem Schwert. Damian hing begeistert an den Lippen der beiden Guides, als sie die Legende der Schildkröten, die einst im See gelebt hatten, und des Schwertes erzählten. So soll einst der arme Fischer Le Loi das Schwert von einer aus dem See auftauchenden goldenen Schildkröte empfangen haben. Dieses Zauberschwert sollte ihn gegen die chinesischen Invasoren unbesiegbar machen, was es auch tat. Später wurde der arme Fischer zum König gekrönt. Als er sich bei der Schildkröte bedanken wollte, verlangte diese das magische Schwert zurück. Bevor Le Loi wusste, wie ihm geschah, löste sich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und stürzte als Jadedrache in den See. Zur Erinnerung an dieses Ereignis ernannte der König den Drachen zum Schutzgeist des Sees und ließ zu Ehren der Schildkröte den dreistöckige Schildkrötenturm im See errichten, der noch heute ein Wahrzeichen der Stadt ist.

Ein wahrer Kern liegt in dieser Legende. Es gab tatsächlich Süßwasserschildkröten im Hoan Kiem See. 1968 wurde eine 2 Meter lange und 250 Kilogramm schwere Schildkröte tot aus dem See geborgen. Sie soll 400 Jahre alt gewesen sein. Dieses Exemplar ist präpariert im Tempel auf der Insel im See zu besichtigen. Die letzte Schildkröte ist erst im Jänner 2016 gestorben, Thơm und Quỳnh zufolge an den Folgen der Verschmutzung des Sees. Alle anderen Schildkröten sollen schon in den Kriegsjahren von der ausgehungerten Bevölkerung verspeist worden sein.

Train Street
Vom Hoan Kiem See spazierten wir zur Zugstraße südlich des Hauptbahnhofes und schossen einige tolle Bilder. Der Zug verkehrt nur zweimal täglich und die Anrainer kennen den Fahrplan. Tagsüber kann man ohne Gefahr auf den Gleisen balancieren oder einen Kaffee auf den Schienen genießen. Die Stadt verließen wir zwei Tage später auf ebendieser Strecke. Mit dem Zug vorüberfahrend wird die Enge der Passage zwischen den Häusern noch deutlicher. Man muss aber dazusagen, dass der Zug an dieser Stelle noch sehr langsam unterwegs ist.

St. Josephs Kathedrale
Unseren Stadtrundgang setzten wir westlich des Hoan Kiems Sees fort. Auf einem kleinen Platz ragen die beiden Türme der vietnamesischen Version der Pariser Notre Dame, der St. Josephs Cathedral empor. Die neugotische Kirche aus dem späten 19. Jahrhundert wurde während der Kolonialzeit von der französischen Regierung errichtet. Sie war die erste katholische Kirche in Hanoi. Mehrmals pro Woche werden Messen gelesen.

Streetart in der Phung Hung Street
Als Abschluss für unseren Streifzug durch Hanois Zentrum hatten unsere beiden Guides die Phung Hung Straße gewählt, wo vietnamesische und koreanische Künstler entlang der Long Bien Eisenbahnbögen für Street Art im öffentlichen Raum kollaborierten. Damit gedachte man der über 25 Jahre währenden diplomatischen Beziehungen zwischen Vietnam und Südkorea und wertete den Ort damit künstlerisch auf. Auf der anderen Straßenseite wird an zahlreichen Ständen übrigens frisch gegrillter Hund angeboten. Der Geruch erinnerte sehr an Schweinefleisch. Auf unsere Anfrage, ein Foto schießen zu dürfen, reagierten alle Verkäuferinnen gleich ablehnend. Fotografieren verboten!

Streetfood: black & white chicken
Das viele Sightseeing hatte uns hungrig gemacht. Den kulinarischen Höhepunkt des Tages bildete ein Abendessen in einer typisch vietnamesischen Straßenküche mit einer besonderen lokalen Spezialität. Hier gab es ausschließlich sehr junges Hühnchen, das noch nicht ausgewachsen war. Zur Wahl standen schwarzes oder weißes. Wir probierten beide und waren begeistert. Die Hühner werden in Bierdosen im Wasserbad gegart, serviert im eigenen Sud und Suppe mit Gemüse und Nudeln. Das Fleisch war ausgesprochen zart und löste sich so leicht vom Knochen, dass man es mehr oder weniger problemlos mit Stäbchen essen konnte. Selbstverständlich haben wir Thơm und Quỳnh eingeladen! Wir konnten wirklich dankbar für diese wunderbare Tour sein, auf der wir an sehr interessante Orte geführt wurden!

Ho Chi Minh Mausoleum, Einsäulenpagode & Ho Chi Minh Museum

Thơm hatte auch am nächsten Tag Zeit und fragte uns, ob wir mit ihr Zeit verbringen wollten. Natürlich willigten wir ein, denn die Stadt mit einem Local zu durchstreifen, war wesentlich bequemer und informativer. Sie holte uns wieder direkt von unserem Hotel ab und begleitete uns zum Ho Chi Minh Mausoleum. Nach gut zwei Monaten in Vietnam war uns Onkel Ho, wie er von den Vietnamesen liebevoll genannt wird, mehr als ein Begriff. Wir waren in Ho Chi Minh City, hatten den Ho Chi Minh Pfad befahren, sein Konterfei ist auf jedem Dong-Schein abgebildet, viele Menschen haben einen Ho Chi Minh Schrein in ihrem Haus eingerichtet, oftmals ziert sein Portrait auch Hotelzimmerwände. Kurzum, um Ho Chi Minh kommt man in Vietnam nicht herum. So war es nur die logische Konsequenz, ihn „persönlich“ zu treffen.
Die Besichtigung der balsamierten Leiche Onkel Hos war äußerst straff durchorganisiert, sodass man trotz einer nicht enden wollenden Warteschlange nicht das Gefühl hatte, ewig anstehen zu müssen. Man war stets in Bewegung. In einer stummen Zweierreihe umschritten wir den Leichnam. Ho Chi Minh selbst glich eher einer Wachsfigur als einem Toten. Fotografieren durfte man selbstverständlich nicht. Obwohl es am Eingang noch hieß, man müsse Kameras abgeben, wurde es dann doch nicht so eng gesehen, solange sie im (kleinen) Rucksack blieben. Größere Rucksäcke muss man am Eingang abgeben. Übrigens war er erst wenige Tage zuvor aus Russland von der jährlichen Pflege der Konservierung zurückgekehrt. Wir hatten also Glück, dass er bei unserem Aufenthalt in Hanoi Anfang November wieder in der Stadt war.

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Auf dem Rückweg zum Ausgang kamen wir an der Einsäulenpagode vorbei, der wir bei der Gelegenheit auch einen kurzen Besuch abstatteten.

Anschließend besuchten wir das eher weniger aufregende Ho Chi Minh Museum. Es war passagenweise leider etwas langatmig gestaltet. Unzählige Schriftstücke aus seinem vor allem politischen Leben sollten Aufschluss über sein Handeln geben. Parallel wurden Exponate zum Weltgeschehen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt. Vor allem europäische Entwicklungen haben Ho Chi Minh geprägt, der ja eine Ausbildung in Paris genießen durfte. So lernte er auch die Grundsätze der französischen Revolution und das kommunistische Manifest kennen. Er interessierte sich sehr für neue politische Modelle und wollte sein Land aus der Knechtschaft der französischen Kolonialherren führen. Zurück in Südostasien knüpfte er Kontakte zu Gleichgesinnten und schaffte es, nicht zuletzt weil Frankreich durch den zweiten Weltkrieg geschwächt war, sein Land in die Unabhängigkeit zu führen. Nur etwa zwei Jahrzehnte später musste er (gegen die USA und das dem Westen freundlich gestimmte Südvietnam) erneut für ein vereintes Vietnam kämpfen. 1975 schließlich, schon nach Ho Chi Mins Tod, konnte die Sozialistische Republik Vietnam ausgerufen werden.
Bis heute gelten seine Grundsätze, seine Zitate zieren sozialistische Propaganda-Plakate im ganzen Land. Viele vietnamesische Besucher waren sichtlich gerührt und stolz auf ihren Onkel Ho, den Gründer der Nation. In Vietnam wird man offenbar von Geburt an mit dem sozialistischen Gen geimpft. Auch Thơm berichtete voller Stolz, dass sie aus derselben Provinz wie Ho Chi Minh komme und zudem am Nationalfeiertag Geburtstag habe. Wir haben im Laufe unserer Reise wenige Vietnamesen kennengelernt, die das politische System im Land offen infrage stellten.

Literaturtempel

Unweit des Ho Chi Minh Mausoleums liegt der wichtigste und älteste Tempel der Stadt, der Literaturtempel (Văn Miếu-Quốc Tử Giám). Er wurde vor fast 1000 Jahren gegründet und beherbergte die erste Universität Vietnams. Er diente nie als religiöse Stätte, obwohl er als Tempel bezeichnet wird. Von 1076 bis 1915 wurden hier Schüler unterrichtet. Anfang nur die Söhne der Kaiser, später auch jene aus angesehenen Adelsfamilien und Sprösslinge hoher Mandarine (Beamte). Einer der großen Lehrmeister war ein Schüler Konfuzius‘. Hier wurden vor allem Literatur und Poesie gelehrt.

Der Komplex wurde nach klassischem, chinesischem Vorbild angelegt. So umfasst das gesamte Areal fünf Höfe, die über Tore, Haupt- und Seitenwege verbunden sind, wobei die Hauptwege den Herrschern vorbehalten waren. Eines der Tore ist sogar auf der Rückseite der 100.000 Dong Banknote abgebildet. Im dritten Innenhof befinden sich zahlreiche Stein-Stele auf Schildkrötenpanzern. Alle Absolventen der kaiserlichen Prüfungen zwischen 1442 und 1779 wurden hier mit Namen, Geburtsdatum und Prüfungsergebnis in den Stein gemeißelt. Im vierten Innenhof befindet sich der eigentliche Tempelbereich. Hier wurden und werden bis heute Konfuzius und seine wichtigsten Schüler verehrt.

Im Tempel im fünften Innenhof kann man über die Treppe in das Obergeschoß gehen. Vom Balkon aus werfen die Besucher eine Münze auf das Tondach, um sich etwas zu wünschen. Die besondere Form der Dachziegel lässt die Münze am Dach zwar wild umherspringen, hinunter fällt sie allerdings nicht. Nach der Besichtigung und einer kurzen Rast im Schatten der Zeremonien- und Schulglocke, verabschiedeten wir uns von Thơm, die wieder zur Uni musste. Dank ihr durften wir wieder interessante Einblicke in die vietnamesische Kultur erhalten.

Insel im Roten Fluss & Long Bien Eisenbahnbrücke

Unseren letzten Tag in Hanoi verbrachten wir recht entspannt bei einem Spaziergang zur Eisenbahnbrücke, wo wir einige Fotos schossen. Auf der berühmten Brücke werden auch Hochzeits- oder Werbefotos gemacht. Von der Brückenmitte aus gelangt man über eine Treppe auf die Insel im roten Fluss. Wir wanderten durch die ausgedehnten Obst- und Gemüseplantagen Richtung Norden. Zwischen den einzelnen Plantagen wohnen die Bauern in einfachen Hütten. Dann und wann stößt man auf einen Schrein, ein „Fitnessstudio“ oder einen FKK-Tennisplatz. Es gibt sogar wenige kleine Stände mit Snacks und Getränken. Wir waren die einzigen Touristen auf der Insel. Die kleinen Wege (ähnlich wie im Mekong Delta) wurden sogar auf Google Maps angezeigt und so konnten wir wieder aus dem Wegegewirr in die Stadt zurückfinden. Nach etwa zweistündiger Wanderung waren wir wieder in der Zivilisation und düsten mit dem Taxi in die Innenstadt zurück.

Ethnologisches Museum Hanoi

Wir hatten noch Zeit und entschieden uns daher, das ethnologische Museum zu besuchen, das erste wirklich sehenswerte Museum Vietnams. Die Fahrt mit unseren Motorbikes sieben Kilometer aus dem Zentrum durch den dichten Verkehr war zwar etwas mühsam und dauerte gut eine Stunde, war aber auch abenteuerlich.

Da wir am nächsten Tag in die Berge fahren würden, wo es noch viele ursprüngliche Bergvölker gibt, wollten wir uns vorab ohnehin etwas informieren. Die Ausstellung war sehr ansprechend gestaltet. Die einzelnen Volksgruppen Vietnams wurden anhand von Bildern, Videos und Gebrauchsgegenständen, teils sogar komplett nachgebauten traditionellen Behausungen und nachgestellten Alltagsszenen vorgestellt. Wir lasen über die unterschiedlichen Trachten und Lebensweisen und erkannten teils erst jetzt, welchen Völkern wir im zentralen Hochland schon begegnet waren und auf welche wir möglicherweise noch stoßen würden. Uns hat die Ausstellung im Gegensatz zu vielen anderen in Vietnam sehr gut gefallen und man kann sie jedem Vietnamreisenden empfehlen. Für den Eintritt bezahlten wir für alle vier 90.000 Dong.

Nightlife

Abends saßen wir gerne vor unserem Hotel und beobachteten das rege Straßenleben. Nur eine Gasse weiter ging jede Nacht die Post ab. Obwohl die Polizei die enge Straße regelmäßig räumte und ein besonderes Augenmerk auf die Nachtschwärmer hatte, waren die Tische und Stühle kurze Zeit später wieder aufgestellt und es konnte weiter gefeiert werden. Die Gesetze sind wohl strenger als sie gehandhabt werden.

Von Hanoi in den Norden

Obwohl wir nach über zwei Monaten eigentlich schon genug von Vietnam hatten, wollten wir uns den Norden nicht entgehen lassen. So viele Traveller, die wir am Weg kennengelernt hatten, hatten uns vor allem die Gegend um Sapa ans Herz gelegt. Müde vom Mopedfahren beschlossen wir, diesen Abschnitt per Eisenbahn zu bewältigen. Die Tickets nach Lao Cai bei Sapa hatten wir schon zwei Tage zuvor direkt am Hauptbahnhof von Hanoi gekauft. Insgesamt bezahlten wir ca. 2,5 Mio. Dong (ca. 100 Euro) für eine 4er Schlafkabine und 2 Motorbikes, die im selben Zug transportiert werden würden. Eine Reservierung ist auf dieser Strecke unbedingt notwendig. Ohne bekommt man nur mit viel Glück einen Platz. Über unsere Fahrt nach Sapa und unseren Aufenthalt in einem Dorf der Black H’muong lest ihr in unserem nächsten Bericht!

Hinweis: mit eigenen Motorbikes in Hanoi

Leider konnten wir die Motorbikes nicht vor dem Hotel parken. In Hanoi schien das Parkplatzproblem noch größer als in Saigon zu sein. Nach unserer Ankunft in der Stadt fuhren wir die Gassen nach einem Hinterhof zum Parken ab. Leider waren alle voll. Schon sehr genervt, da wir seit dem Frühstück nichts in den Magen bekommen hatten, ließen wir trotz anfänglicher Gegenwehr des Hotelpersonals die Bikes vor selbigem stehen und gingen essen. Retour im Hotel half man uns, einen Parkplatz zu finden. Ganz in der Nähe in einem Hinterhof konnten wir sie gegen eine Tages- und Nachtgebühr von 30.000 Dong je Bike bei einer alten Dame abstellen.

Links

Hanoi Free Private Tour Guide
Ethnologisches Museum

 

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