On a Roadtrip through Vietnam, Part 8: Cat Ba – Eiland in der Halong-Bucht

Nach unserem Aufenthalt in Nam Dhin im Funny English Club zogen wir auf unseren Motorbikes weiter nach Cat Ba, der größten Insel in der berühmten Halong-Bucht an der  nordöstlichen Küste Vietnams. Dort wollten wir dem Touristentrubel etwas entgehen und die Bucht entspannter erfahren, als von Halong Stadt aus. Die relativ kurze Fahrt von Nam Dinh über Haiphong, der drittgrößten Stadt Vietnams, nach Cat Ba, sollte sich allerdings als anstrengender erweisen, als bei Anblick der Landkarte gedacht. Die Straßen sind zwar in sehr gutem Zustand, allerdings ist die Smog-Belastung südlich der Hauptstadt aufgrund der Industrie und des enormen Verkehrsaufkommens, vor allem des Schwerverkehrs, extrem anstrengend. Ohne Mundschutz würden wir die Fahrt niemandem empfehlen. Bei der Durchfahrt durch Haiphong gerieten wir zudem in eine Umleitung für Motorbikes, die in einer groß angelegten Polizeikontrolle mündete. Hier wurden wir zum ersten Mal Opfer polizeilicher Willkür – dazu aber mehr in unserem Bericht über den vietnamesischen Straßenverkehr und seine Tücken.
Dank Google Maps wurden wir zuverlässig Richtung Fähre gelotst und setzten mit vorwiegend Einheimischen über zur Insel. Für uns vier samt zwei Motorbikes bezahlten wir für die kurze Fährfahrt günstige 90.000 Dong, etwa 3,33 Euro. Auf Cat Ba angekommen, konnten wir endlich wieder richtig durchatmen. Der schönen, spärlich befahrenen Küstenstraße folgend gelangten wir nach etwa einer Stunde Fahrtzeit nach Cat Ba Stadt im Süden der Insel, wo wir ein Hotel reserviert hatten. Das Hotel in guter Lage war das günstigste, das wir auf unserer gesamten zweieinhalb Monate dauernden Reise durch Vietnam bewohnt hatten.

Bootsfahrt durch die Halong-Bucht

Das Highlight jedes Aufenthalts auf Cat Ba ist die obligatorische Bootstour. Selbige hatten wir direkt in unserem Hotel gebucht, denn dort hatten wir das günstigste Angebot gefunden und zudem war der Transport vom Hotel zum Hafen inkludiert. Für einen ganztägigen Trip bezahlten wir 300.000 Dong pro Person (ca. 11 Euro). Pünktlich um 8 Uhr morgens wurden wir von unserem Hotel mit einem Minivan abgeholt und nachdem der Fahrer alle anderen Mitreisenden von deren Hotels eingesammelt hatte, ging’s zum nahegelegenen Hafen. Dort bestiegen wir – eine Gruppe von etwa 25 Personen – ein bequemes, kleines Holzschiff, auf dem locker doppelt so viele Personen Platz gefunden hätten, und fuhren los. Leider hatten wir nicht das schönste Wetter erwischt, aber immerhin regnete es nicht. Ob blauer oder grauer Himmel, die Halongbucht beeindruckt immer.

Monkey Island
Unsere Fahrt führte uns zunächst aus dem Hafenbecken mit seinen schwimmenden Fischerhütten. Den ersten Sopp legten wir auf Monkey Island ein, einer kleinen Insel mit Aussichtspunkt und Affen am Strand. Obwohl uns zwei deutsche Urlauber, die wir am Abend zuvor in einem Lokal kennengelernt hatten, vom Aufstieg zum Aussichtspunkt abgeraten hatten, wollten wir uns selbst von der Gefährlichkeit des Weges überzeugen. Anfangs war der Pfad noch locker zu bewältigen, wurde aber bald immer steiler. Problematisch waren die schroffen Felsen und die Menge an Besuchern. Man musste schon richtig klettern. Die letzten Meter konnten die Kinder nur mehr schwer – Damian gar nicht – erklimmen, da sie zu kurze Beine hatten. Oben angekommen konnten wir einen herrlichen Ausblick auf beide Seiten der Insel genießen.

Nachdem wir wieder nach unten geklettert waren und am Strand auf die anderen warteten, griffen uns aus heiterem Himmel die Makaken an. Die sonst eher friedlichen Tiere waren sehr aufgebracht; vor allem auf die Kinder hatten sie es abgesehen. So sehr wir Damian und Midori auch beschützen wollten, die kleinen Tiere schlüpften zwischen unseren Beinen hindurch und kratzten und bissen Damian in den Unterarm. Geistesgegenwärtig halfen nun auch die anderen Touristen mit Steinen und Stöcken, die Affen fernzuhalten. Wir flüchteten alle auf’s Boot und versorgten Damians – zugegeben recht kleine – Wunden mit Desinfektionsmittel. Ein Guide der Insel zeigte uns seine vernarbten Unterarme und meinte, er wäre schon oft von den Affen verletzt worden und es ginge keine Gefahr von ihnen aus. Dennoch wollten wir uns nach der Tour bei einem Arzt erkundigen, ob hier eine Tollwutinfektion vorliegen könnte.

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Makaken auf Monkey Island, Cat Ba, Vietnam

Wir legten ab und schipperten gemächlich durch die Bucht. Die Kalksteinfelsen ragten steil und imposant vor uns aus dem Meer. Wir wunderten uns, dass man sich als Kapitän in diesem Labyrinth aus Felsen zurechtfinden konnte.

Kanufahren
Das Schiff steuerte eine kleine, schwimmende Fischersiedlung an, die auch als Ausgangspunkt für die Kanufahrten diente. Dort wurden wir abgesetzt, mit Schwimmwesten, Paddel und Kajak ausgestattet und los ging’s. Insgesamt hatten wir etwa eine Stunde, um die Felsen der Umgebung zu erkunden. Mit viel Glück konnte man kleine Höhlen zum Hinein- oder vielleicht sogar zum Durchfahren entdecken.

Nach dem Kanufahren zwischen den Kalksteinfelsen gab es am Schiff Mittagessen. Das Essen war viel und gut (frisch zubereitetes vietnamesisches Essen). Die Weiterfahrt zwischen den Felsen hindurch war wirklich atemberaubend. Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit. Die Sonne wollte sich den ganzen Tag über nicht zeigen.

Baden in der Bucht
Als wir zum Baden anlegten, fing es leicht an zu regnen. Wir wagten uns trotzdem ins Wasser. Midori und Andi sprangen vom Oberdeck des Schiffs ins Meer und schwammen zum Sandstrand am Felsen. Damian und ich kamen nach.

Tollwut? Nein, danke!

Um etwa 16 Uhr kehrten wir zurück nach Cat Ba Stadt. Wir suchten sofort die erste Apotheke auf, um Damians Verletzungen, die ihm der Makake beigebracht hatte, begutachten zu lassen. Die dort anwesende Ärztin riet uns unbedingt zu einer Injektion gegen Tollwut. Nachdem wir ihm den Ernst der Lage verdeutlicht hatten, ließ sich Damian das erste Mal ohne größere Gegenwehr impfen. Es muss wohl ein Tollwut-Immunglobulin gewesen sein. Mit der Ärztin konnten wir uns nur via Google Translator (was auf Vietnamesisch ganz gut klappt) unterhalten. Das Ganze kostete 850.000 Dong (ca. 32 Euro), die wir gerne bezahlten. Die Ärztin war sehr nett und einfühlsam. Die von ihr ausgestellte Rechnung reichten wir bei unserer Versicherung ein und erhielten schon zwei Tage später die Antwort, dass die Kosten anerkannt würden.

What else on Cat Ba?

Zwei unglückliche Faktoren trafen für uns auf Cat Ba zusammen: das Wetter war leider schlecht und wir hatten nur zwei Übernachtungen vorgesehen. Also kamen wir zu nicht mehr als der Bootstour, die aber ohnehin das Highlight jedes Besuchs hier ist. Man kann aber auch den Nationalpark der Insel erkunden. Es werden geführte Mountainbiking- sowie Trekking-Touren u.v.m. angeboten. Auf eigene Faust kann man beispielsweise das Cave-Hospital, eine Höhle, die während des Vietnam-Kriegs als Krankenhaus gedient hat, besuchen oder einfach den Strand genießen.

Für uns war der Aufenthalt auf Cat Ba beendet und wir waren schon ganz gespannt auf Vietnams Hauptstadt, Hanoi. Die Rückfahrt mit unseren Motorbikes von Cat Ba auf’s Festland legten wir anders an als die Hinfahrt, da wir Haiphong nicht noch einmal durchqueren wollten. Daher entschieden wir uns für die längere Fährstrecke nach Halong, die Strecke am Landweg würde dadurch aber abgekürzt. Die Fähre legte im Hafen von Halong an und wir fuhren durch das dichte, völlig verbaute Industriegebeit Richtung Hanoi. Die Übergänge zwischen den einzelnen Städten waren kaum sichtbar, da das „Ortsgebiet“ ab Halong eigentlich nie endete. In Hanoi fuhren wir über die berühmte Eisenbahnbrücke Long Biên ein. Unseren Erlebnissen in Hanoi haben wir einen eigenen Bericht gewidmet.

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