On a roadtrip through Vietnam, Part 2: Da Lat – „Le petit Paris de Vietnam“

Thak Damb’ri Wasserfall

Nach einigen Tagen im Nationalpark Cat Tien brachen wir in die kühle Bergwelt Vietnams, nach Da Lat, auf. Auf halbem Weg von Cat Tien nach Da Lat liegt der Thak Damb’ri Wasserfall, den man auf keinen Fall auslassen sollte. Für den Eintritt mussten wir für uns vier ca. 20 Euro bezahlen. Darin inkludiert waren Parken, die Fahrt mit dem Lift den Wasserfall hinab und eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn. Zunächst durchquerten wir einen wunderschönen, gepflegten Park und steuerten auf den Zugang des Lifts zu. Mit selbigem ging es abwärts. Schon vom Panoramalift aus durften wir den Wasserfall bestaunen. Unten angekommen, marschierten wir auf den betonierten Wegen und schossen Fotos, wobei man aufpassen musste, dass das Kameraobjektiv aufgrund des Sprühnebels nicht zu nass wurde. Als wir den Wasserlauf unterhalb des Wasserfalls in erheblichem Abstand überquerten, wurden wir dennoch noch ordentlich nass. Auf der anderen Seite angekommen, erklommen wir die Aussichtsplattform, auf der es scheinbar auch einmal einen Kiosk gegeben haben muss. Von hier genossen wir den wundervollen (trockenen) Blick auf den Wasserfall.

 

Damian und Andy hatten noch nicht genug und näherten sich auf einem schmalen Weg dem oberen Teil des Wasserfalls, wo ein kleiner taoistischer Schrein eingerichtet war. Als sie zurückgekehrt waren, wollten wir einen kleine Runde wandern. Leider war dies aber nicht möglich, da der Weg zum einen nicht freigegeben war und zum anderen keine Rundwanderung beschrieb. Also kehrten wir um und fuhren mit dem Lift wieder nach oben.

 

Oben angekommen, gönnten wir uns ein Eis und spazierten durch den hübsch angelegten Park. Er glich einem Vergnügungspark mit Fahrgeschäften und Schwimmbecken, das aber nicht in Betrieb war, und einem Spielplatz. Im Eingangsbereich liegt neben einem kleinen See ein Hotel für die gut betuchte, vietnamesische Klientel. Auch der Start der Sommerrodelbahn befindet sich dort – die Fahrt war im Eintrittspreis inbegriffen. Der Parkours führt ganz nach unten zu den Ausläufern der Wasserfälle. Von dort kann man hochwandern oder wieder einsteigen und mit der Sommerrodelbahn zum Startpunkt zurückkehren. Nach etwa 2 Stunden hatten wir alles gesehen und brachen Richtung Da Lat auf. Es ging durch malerische Landschaften mit Kaffee- und Teeplantagen hoch hinauf in die Berge.

 

Da Lat – Stadt des ewigen Frühlings

Die Stadt liegt auf etwa 1.500 Metern Höhe und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den französischen Kolonialherren gegründet. Das ganze Jahr über ist es in Da Lat frühlingshaft kühl. Das milde Klima eignet sich besonders für den Obst- und Weinbau. Einheimische Gäste, die vor allem in der heißen Jahreszeit, also zwischen März und September, nach Da Lat kommen, bringen ihren Verwandten gerne Erdbeeren aus der Region mit. Da Lat gilt auch als das Honeymoon-Mekka der Vietnamesen. Der Tourismus ist vor allem auf die einheimische Bevölkerung ausgerichtet. Schon der letzte König Vietnams hat sich in Da Lat eine Sommerresidenz errichtet lassen, die heute ein Museum beherbergt. Die damalige Oberschicht Saigons hat es ihm seinerzeit gleichgetan und so dürfen sich die Gäste Da Lats noch heute an der wunderschönen Architektur aus längst vergangener Zeit erfreuen.
Wir haben uns in weiser Voraussicht bereits in Ho Chi Minh City mit warmer Kleidung eingedeckt, denn ohne Pullover und Jacke möchte man nicht Mopedfahren. Die Einheimischen übertreiben es gar ein wenig und sind häufig mit Haube, Handschuhen und Winterjacke anzutreffen, und dazu tragen sie Flip-Flops – ein wirklich witziger Anblick. Wir hausten in einer traditionellen vietnamesischen Unterkunft mitten in der 188.000 Einwohner zählenden Stadt. Der Baustil ist kühl, schlicht und schmucklos, aber zweckmäßig. Unser Zimmer war bis unter die Decke gefliest, aber sehr sauber; die Mopeds durften wir direkt in der Lobby parken. Unsere Unterkunftgeberin sprach kaum ein Wort Englisch, wir kamen aber trotzdem ganz gut mit ihr zurecht.
Zur Zeit unseres Aufenthalts durften wir uns über fast wolkenlosen Himmel und etwa 24° in der Sonne freuen, was für das Ende der Regenzeit recht ungewöhnlich ist. Entsprechend abwechslungsreich konnten wir unser Programm gestalten.

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Cable Car zur Thien Vuon Pagode:
Da Da Lat sehr gebirgig ist und etwas an ein mediterranes Bergdorf erinnert, hat man eine Seilbahn gebaut, um die Stadt mit dem nahegelegenen Stausee und der dortigen sehenswerten Thien Vuon Pagode zu verbinden. Die Seilbahn stammt vom österreichischen Hersteller Doppelmayr und mutet etwas dekadent an, denn wirklich notwendig ist die Verbindung per Seilbahn nicht – man könnte genauso gut per Taxi oder Motorbike zur Pagode fahren. Für den Tourismus ist sie eine Attraktion mehr und wird von den, vor allem asiatischen, Gästen voller Begeisterung genutzt. Obwohl die Pinienwälder und die angenehmen Temperaturen zum Wandern wie geschaffen wären, gibt es leider keine Wanderwege und so begnügten wir uns mit der Besichtigung der buddhistische Pagode samt angrenzendem Kloster und wunderschönem Garten.

 

Sommerresidenz König Bao Dai’s
Der letzte vietnamesische König Bao Dai ließ sich in den 1930er Jahren eine Villa in den Bergen von Da Lat bauen wie sie damals moderner und schöner nicht sein hätte können. Der Bau ist im Originalzustand mit all seinen Möbeln und Inventar zu besichtigen. Man fühlt sich, als wäre man in der Zeit zurückgereist. Die Villa im europäischen Art-Deco-Stil liegt in einem wunderschönen Garten mitten in Da Lat. Gegen eine geringe Eintrittsgebühr darf man alle Räumlichkeiten der Villa besichtigen; Schlafzimmer von König und Königin samt deren Badezimmer, die Zimmer der Prinzen und Prinzessinnen, ebenso samt eigener Badezimmer, diverse Entspannungsräume, Empfangs- und Konferenzräume, der Aussichtsterrasse, von der aus der König leidenschaftlich den Mond beobachtet haben soll, außerdem die Küche, das Arbeitszimmer und Nebenräume. Alle Annehmlichkeiten der damaligen Zeit hat man in der Villa umgesetzt. Leider verfällt das Gebäude etwas, da das Dach undicht sein dürfte – man sieht überall Wasserflecken. In einem Raum konnte man sich königlich verkleiden und ablichten lassen. Das wollten sich die Kinder nicht nehmen lassen und schlüpften in die historischen Kostüme.

 

Ga Da Lat
Offenbar in Anlehnung an das französische Wort für Bahnhof „Gare“ heißt Bahnhof auf Vietnamesisch ganz einfach Ga. Bei der Gelegenheit sei erwähnt, dass Ga auch Huhn oder Fisch bedeuten kann, je nach Intonation. Der Bahnhof von Da Lat ist leider nicht mehr in Betrieb, da die Strecke aufgrund zahlreicher Beschädigungen in unterschiedlichen Konflikten eingestellt wurde. Das Gebäude aus dem Jahr 1938, das sich in sehr gutem Zustand befindet, kann allerdings noch besichtigt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Nostalgiefahrt in den nächsten Bahnhof und wieder retour zu unternehmen. Das Gebäude selbst dient heute als Verkaufsfläche für allerlei typische Waren aus Da Lat, wie z.B. den berühmten Kaffee.

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What else in Da Lat?
Natürlich mussten wir auf Bitten der Kinder hin zum Abschluss auch eine Tretbootfahrt auf dem See in Da Lat machen, wobei das Treten am Ende an uns Erwachsenen hängen blieb. In Da Lat gibt es den angeblich schönsten Golfplatz Vietnams und in einigen Kilometern Entfernung einige Wasserfälle. Da wir aber erst auf der Hinfahrt nach Da Lat jenen in Thac Damb’ri gesehen hatten, war unsere Lust auf Wasserfälle für den Moment gestillt. Am Stadtrand befindet sich das Valley of Love, ein sehr schön angelegter Park mit zahlreichen Fotomotiven für Herzchen-Bilderrahmen … ein bisschen Kitsch darf auf vietnamesischen Hochzeitsbildern nicht fehlen. In Da Lat besteht außerdem die Möglichkeit, Mountainbike zu fahren, zu kajaken oder andere Outdoor-Sportarten zu betreiben – bei dem Klima sicherlich angenehmer als sportliche Betätigung am tropischen Meer. Wir machten uns aber trotzdem wieder dorthin auf … Nha Trang, wir kommen!

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Links

Da Lat auf Wikipedia
Da Lat im Lonely Planet

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