On a roadtrip through Vietnam, Part 1: Cat Tien Nationalpark

Auf unserer 1.700 Kilometer langen Reise von Ho Chi Minh City a.k.a. Saigon nach Hanoi haben wir etwa alle 150 – 200 Kilometer einen Zwischenstopp eingelegt, um einerseits auszurasten und andererseits Kultur, Natur und Land und Leute kennenzulernen. Vietnam hat uns dabei nicht nur einmal zum Staunen gebracht, so abwechslungsreich ist die Landschaft, so vielfältig die Küche, so interessant die (Sub)kulturen, so gut der Zustand der Straßen. Hier ist unser erster Beitrag über unseren Roadtrip:

Cat Tien Nationalpark

Nachdem wir uns in Ho Chi Minh City zwei Motorbikes gekauft hatten, brachen wir mit Sack und Pack Richtung Norden auf. Unseren ersten Halt legten wir im circa 150 Kilometer entfernten Cat Tien ein. Wir bezogen Quartier in einer naturverbundenen Bambushüttenanlage direkt am Đồng Nai Fluss.

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Am anderen Ufer des Flusses lag der Eingang zum Nationalpark Cat Tien. Er beherbergt eines der letzten Refugien einiger vom Aussterben bedrohter Tierarten, vor allem von Primaten. Im Nationalpark kann man Wanderungen unternehmen (Vorsicht! Blutegel!), aber auch geführte Touren zu Rescue-Centern buchen. Wir entschieden uns für das Primaten-Center, das auf einer Insel inmitten des Flusses liegt. Primaten werden von der Organisation aus den Fängen der Wilderer befreit und in Cat Tien resozialisiert und wieder ausgewildert. Eine der betreuten Tierarten sind die Pygmäen Slow Loris, kleine Primaten mit nur einigen Hundert Gramm Körpergewicht. Sie sind nachtaktiv und leben sehr zurückgezogen in Baumhöhlen. Unser Guide erklärte uns, dass es für einen Wilderer sehr viel Glück bedeutet, findet er einen Lori. Die Tiere haben sehr empfindliche Augen, sodass wir sie tagsüber nicht besuchen konnten. Das Rescue-Center nimmt seine Aufgaben sehr ernst und zeigt die Tiere nicht um jeden Preis her. Sie wurden oftmals mühsam aus der Gefangenschaft geldgieriger Wilderer befreit, die sie als Touristenattraktion in Ho Chi Minh City zum Verkauf anbieten. Aufgrund der Abholzung der Regenwälder für die Landwirtschaft, aber auch des Einsatzes des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ im Vietnamkrieg durch die Amerikaner, wurden weite Waldflächen für immer vernichtet. Von vielen Primaten existieren nur noch wenige hundert Individuen in Vietnam. Am Faszinierendsten fanden wir die Gibbons. Jeden Morgen hörten wir ihren „Gesang“ – wir haben ihn aufgezeichnet und auf unserem Youtube-Kanal zur Verfügung gestellt (s. Link im Menü). Die Männchen und Weibchen kann man recht leicht an der unterschiedlichen Fellfärbung unterscheiden. Nachdem man die Gibbons im Rescue-Center wieder aufgepäppelt und vom Menschen entwöhnt hat, werden sie stufenweise in die Freiheit entlassen. Dennoch halten sie sich dann lieber in menschlicher Umgebung auf und dringen nicht wieder in die Tiefen des Urwaldes vor, was uns in den Genuss der Gesänge brachte. Unser Guide erzählte ganz fasziniert von den Geschöpfen; er kannte jeden einzelnen beim Namen. Am Ende des Rundgangs zeigte er uns ein Video zu den Methoden der Wilderer. Unter anderem werden auch Langschwanz-Makaken (oder Krabbenesser) gefangen. Die kleinen Äffchen dienen ebenso als Touristenattraktion, die älteren schafft man nach China, wo ihr Fleisch gegessen wird. Besonders ekelhaft fanden wir den Bericht, wonach man den Makaken bei lebendigem Leib den Schädel aufschneidet und das Gehirn der Tiere mit Zitrone beträufelt und verschlingt – angeblich eine ganz besondere Delikatesse in China.

Ein weiteres Rescue-Center widmet sich der Rettung von Bären. Der Nationalpark beherbergt aber noch viele weitere interessante Tiere, so z.B. Elefanten, Gürteltiere, Languren, verschiedene Bärenarten, außerdem Reharten, zahlreiche Vogelarten, Amphibien wie Schlangen und Krokodile und viele mehr. Einst war er bekannt für seine kleine Rhinozeros-Population, die mittlerweile aber ausgestorben ist. Es soll auch noch Leoparden geben, von denen aber auch schon lange keiner gesichtet worden ist. Man sieht also, wie wichtig die Arbeit der Naturschützer und der sie unterstützenden Organisationen ist. Der Besuch der Rescue Center ist nicht ganz billig, sichert aber eine wichtige Einnahmequelle für die Rettung der Tiere.

Links

Cat Tien Nationalpark auf Wikipedia
Cat Tien Official Homepage

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