Vietnam: Visum & Einreise

Visum: Antrag & Kosten

Je nach Staatsbürgerschaft muss man das Visum für Vietnam schon im Pass haben, bevor man einreisen möchte. Als Österreicher durften wir ohne Visum nicht über die Grenze. Ein „Visa on arrival“ wie es beim Grenzübertritt nach Kombodscha möglich ist, gibt es nur für bestimmte Nationalitäten. Ein Visum für Vietnam erhält man aber problemlos in allen größeren Städten Kambodschas. Viele Tourist-Offices bieten einen Visa-Service an. Der kostet allerdings je nach Anbieter 10 bis 15 US-Dollar mehr pro Person. Für uns war klar, dass wir selbst zur Botschaft fahren würden, da wir zu viert waren und es für uns um 40 bis 60 US-Dollar mehr über eine Agentur gekostet hätte. Sihanoukville war unsere letzte Station in Kambodscha, weshalb wir das Visum dort besorgten. Das vietnamesische Konsulat ist einfach zu finden oder man lässt sich von einem Tuk-Tuk-Fahrer hinfahren. Es befindet sich nahe des Stadtzentrums, direkt an der Hauptstraße.

Leider gibt es für vietnamesische Visa keinen festgeschriebenen Preis. Man bekommt aus dem Internet und von Visavermittlern recht unterschiedliche Informationen. Offenbar kommt es auch darauf an, bei welcher vietnamesischen Botschaft man das Visum beantragt. Die vietnamesische Botschaft in Shanoukville verlangte für ein Einmonats-Visum 40 US-Dollar und für ein Dreimonats-Visum 55 US-Dollar, beide für „Single Entry“, also einmalige Einreise. Für „Multiple Entry“ (mehrmalige Ein- bzw. Ausreise) muss man nochmals 20 US-Dollar mehr rechnen. Da wir von vielen Reisenden gehört hatten, dass Vietnam wunderschön, sauberer und billiger als Kambodscha sei und die Leute darüber hinaus freundlicher, entschieden wir uns für das Visum mit dreimonatiger Gültigkeitsdauer.

Bei der Beantragung des Visums muss man zwar angeben, an welcher Adresse in Vietnam man sich aufhalten wird und wann die Einreise geplant ist, aber so heiß wird es dann doch nicht gegessen wie gekocht. Wir hatten zum Zeitpunkt der Beantragung noch keine Unterkunft gebucht und daher kurzerhand via WIFI in der Botschaft online nach einer Unterkunft auf einer Buchungsplattform gesucht und irgendeine Adresse angegeben. Als Einreisedatum gaben wir ein Datum an, das ein paar Tage in der Zukunft lag. Gültig ist das Visum ab diesem Tag. Reist man später ein, ist es kein Problem. Es läuft allerdings genau nach der bezahlten Dauer ab – unsere Visas also exakt drei Monate nach dem Gültigkeitsbeginn. Bezahlen muss man bei Abgabe des Antrags; dieser muss mit Passfoto und Reisepass eingereicht werden. 24 Stunden nach der Beantragung lagen unsere Pässe mit eingetragenem Visum bei der Botschaft zur Abholung bereit.

Busfahrt nach Phu Quoc über den Grenzübergang Ha Tien

Bei einem der vielen Touristenbüros am Otres Beach in Sihanoukville, die eher kleine Straßenstände sind, buchten wir die Busfahrt nach Phu Quoc, der größten vietnamesischen Insel im Golf von Thailand im äußersten Südwesten des Landes. Die meisten Touristen reisen von Kampot aus nach Vietnam weiter, da diese kambodschanische Stadt noch näher an der vietnamesischen Grenze liegt. Die Anreise von Sihanoukville stellt aber auch kein Problem dar. Für die Busfahrt bezahlten wir unter vollem Einsatz unseres Verhandlungsgeschicks pro Erw. 22 US-Dollar und pro Kind 20 US-Dollar. Der vergleichsweise hohe Preis resultierte daraus, dass die Kosten für die Fährfahrt inkludiert waren. Allein die Überfahrt von Ha Tien nach Phu Quoc kostete nämlich 230.000 Vietnamesische Dong, also ca. 10,50 US-Dollar, für Kinder unter 10 Jahren etwa die Hälfte.
Um 7 Uhr morgens wurden wir von unserer Unterkunft am Otres Beach abgeholt und zu einem Sammelpunkt in Sihanoukville gebracht. Mit fünf weiteren Mitreisenden traten wir um etwa 8 Uhr die Fahrt nach Kampot an. Sie glich einem Lauf über ein Minenfeld, einem Minenfeld aus Schlaglöchern und unasphaltierten Straßenabschnitten. Der Minibus, mit dem wir unterwegs waren, war schon so verschlissen, dass die Sitze wackelten und die Türen nicht mehr ganz schlossen. Die Hupe drohte bei jedem Schlagloch aus dem Lenkrad zu hüpfen. Dementsprechend lange brauchten wir für die Fahrt. In Kampot stiegen wir nach einer kleinen Pause mit acht anderen Reisenden in einen anderen Minibus um, dessen Zustand nicht viel besser war. Von Kampot waren wir recht rasch an der Grenze und wurden aus dem Bus gewinkt. Es muss um die Mittagszeit gewesen sein.

Ausreise aus Kambodscha & Einreise nach Vietnam

Der Fahrer wollte, als wäre dies selbstverständlich, von allen die Reisepässe einsammeln und die Ausreise aus Kambodscha sowie in weiterer Folge die Einreise nach Vietnam erledigen. Für diesen „Service“ wollte er 1 US-Dollar pro Person kassieren, insgesamt also 12 US-Dollar. Wir hatten uns schon im Vorfeld im Internet über die Vorgehensweise schlau gemacht und außerdem bereits negative Erfahrungen beim Grenzübergang zwischen Thailand und Kambodscha gemacht. Deshalb wussten wir, dass das passieren würde. Wir wussten auch, dass wir die Pässe niemand anderem, als einem Grenzbeamten geben mussten. Daher sagten wir zum Fahrer, dass wir das selbst in die Hand nehmen würden. Zielsicher stapften wir mit unseren Reisepässen in das Gebäude des kambodschanischen Grenzpostens und holten uns den Ausreisestempel. Das war eine Angelegenheit von 5 Minuten. Als wir uns umblickten, sahen wir, dass es uns die anderen Touristen aus unserem Bus gleich taten. Dem Busfahrer waren also 12 US-Dollar durch unsere Initiative entgangen. Er wirkte aus der Fassung und seine Hände zitterten. Wir hatten ihn wohl mehr verunsichert als er uns.
Wir stiegen wieder in den Bus und wurden ein paar Meter weiter zum vietnamesischen Grenzposten gefahren. Dort mussten wir mit unserem gesamten Gepäck die Immigration absolvieren. Zunächst nahm uns unser Busfahrer doch noch die Pässe ab und wollte die Einreise für alle erledigen. Wir sagten ihm wieder, dass wir nicht einwilligen würden und daher auch nichts bezahlen würden. Er nahm die Immigration trotzdem in die Hand. Einstweilen mussten alle ein „Gesundheitsformular“ ausfüllen. Auch davon hatten wir gehört. Dann wurde mit einem Infrarot-Fieberthermometer aus einer Entfernung von gut 30 cm vom Brustbein Fieber gemessen. Bei der Abgabe des Gesundheitsformulars kassierte der vietnamesische Grenzbeamte von jedem 1 US-Dollar. Drei deutsche Touristinnen ließen sich eine Quittung geben. Auch wir hatten schon gehört, dass oft auf die „Gebühr“ verzichtet würde, wenn man eine Quittung einfordert. Dieser Beamte ließ sich davon aber nicht beeindruckten und stelle die Quittung aus. Im Anschluss daran musste unser Gepäck durch eine Sicherheitsschleuse wie an den Flughäfen und ein Drogenhund schnüffelte alles ab. All das lief völlig problemlos ab. Dahinter bekamen wir den Einreisestempel. Darum hatte sich einstweilen unser Buschauffeur gekümmert … gratis.

Wir stiegen wieder in den Bus ein (es war nun ein vietnamesischer) und wurden zum Hafen gefahren. Unmittelbar nach dem Grenzübergang fiel uns der gute Zustand der Straßen auf. Die Grenzstadt war sauber und gepflegt – mit solch einen Gegensatz zu Kambodscha hatten wir nicht gerechnet. Nach etwa 15 Minuten Fahrt waren wir am Hafen angekommen. Man übergab uns die Tickets für die Fähre, dem Superdong VI und wir setzten uns in die Wartehalle. Nach einer Wartezeit von etwa 40 Minuten bestiegen wir die Fähre und waren total überrascht, wie sauber und gut der Zustand derselben war. Die Fahrt dauerte etwa 1 Stunde und 15 Minuten bis wir Phu Quoc erreicht hatten.

Welcome to Vietnam! – Chào mừng bạn đến Việt Nam!

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