Koh Chang – Elefanteninsel

Nach unserem Hardcore-Kulturprogramm in Bangkok und Ayutthaya gönnten wir uns und vor allem den Kindern zehn wunderbare Tage zum Ausspannen auf Koh Chang.
Wörtlich übersetzt bedeutet Chang „Elefant“, Koh Chang also „Elefanteninsel“. Der Name ist auf die natürliche Form der Insel zurückzuführen; ursprünglich kamen hier aber keine Elefanten vor. Sie ist nach Koh Phuket mit 429 km² Thailands zweitgrößte Insel und liegt im Golf von Thailand im Osten des Landes. So viel zu den Fakten. Koh Chang ist aber viel mehr als nur eine weitere thailändische Insel …

Lange Jahre war die Insel aufgrund ihrer geografischen Nähe zur kambodschanischen Grenze militärisches Sperrgebiet. Schon 1982 wurde sie zum maritimen Nationalpark erklärt. Dies und die Tatsache, dass sie sich aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten schwer erschließen lässt, haben dazu beigetragen, dass die Natur weitgehend unberührt geblieben ist. Als die ersten Rucksacktouristen Mitte der 1980er hierher kamen, fanden sie kilometerlange, einsame weiße Sandstrände, intakte Korallenriffe, urige Fischerdörfer und eine überaus freundliche Bevölkerung. Seit Ende der 1980er Jahre wird sie touristisch erschlossen.

Flora & Fauna

Ihr undurchdringlicher Dschungel bedeckt fast die ganze Insel und bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, wie sie andernorts in Thailand aufgrund des Landraubs für Landwirtschaft und Tourismus nicht mehr zu finden ist. Neben Königskobras, Phytons, einer seltenen Wildschweinart, dem Barking Deer (bellender Hirsch), von dem man glaubte, er wäre schon ausgestorben, den Slow Loris (kleine nachtaktive Primaten), den Stumpfschwanz-Makaken, die sich gerne an den Stromleitungen entlangschwingen und an Müllplätzen nach menschlichen Speiseresten suchen, findet man außerdem Silber-Languren, die kleine indische Zivetkatze und den javanischen Mungo, um nur einige zu nennen. Daneben wurden noch 74 Vogelarten und 42 verschiedene Reptilien- und Amphibienarten erfasst, zudem gibt es unzählige Insektenarten, wobei die Liste laufend erweitert wird, da immer wieder neue Tierarten „entdeckt“ werden. Zu diesem Zwecke wurde eigens eine Meldestelle eingerichtet (s. Link am Ende des Beitrags). Aufgrund der steigenden Umweltverschmutzung durch Plastikmüll und Fischernetze stranden immer mehr Wale und Delphine. Die Organisation „Trash Heros“ hat es sich hier (und an vielen anderen Orten der Welt) zur Aufgabe gemacht, die Welt vom Schmutz zu befreien (s. Link).

Wir selbst haben by the way noch nie so viele verschiedene Schmetterlingsarten an einem Platz gesehen …

What to do on Koh Chang?

Wir kamen auf Koh Chang am 17. August bei strömenden Regen an – schließlich ist August mitten in der Regenzeit. An den ersten beiden Tagen unseres Aufenthalts hat sich daran auch nicht viel geändert, aber dann kam die Sonne raus und die Insel hat uns ihre charmante Seite gezeigt. Nicht, dass tropisch-monsunales Klima nicht auch einen gewissen Reiz hätte …

20082018_Yuyu_KohChang (1)
am Kai Bae View Point

Wir liehen uns Motorbikes und erkundeten die Insel, was bei nasser Fahrbahn kein einfaches Unterfangen war, denn die Straßen sind eng, steil und kurvig. Davon ließen wir uns aber nicht aufhalten!

Beach-life

Auf der Westseite der Insel reiht sich ein wunderschöner Sandstrand an den anderen, wobei die Strände im Nordwesten aufgrund des Terrains leichter erschlossen werden konnten und auch wurden. Hier befinden sich die meisten großen Resorts im internationalen Stil. Je weiter man sich in den Süden bewegt, desto gebirgiger wird die Insel. Entsprechend schwierig ist es, hier voranzukommen und dementsprechend wenige Touristen nehmen diese Mühen auf sich, was natürlich nicht für uns gilt. Wir haben es uns am südwestlichsten Strand, dem Khong Koi Beach in Bang Bao, gemütlich gemacht.

Wir nutzten das schönere Wetter zum Baden und Relaxen am Beach. Wenn man den „Golden Beach“ vor der Haustüre hat, welshalb in die Ferne schweifen?

Das Innere der Insel – Regenwald & Wasserfälle

Da uns das Strandleben allein auf Dauer zu fad wurde, machten wir uns ganz im Geiste der alten Entdecker auf und durchstreiften den Dschungel auf der Suche nach Abenteuern und dem ultimativen Frischekick. Den braucht man nämlich nach einer anstrengenden Tour durch die schwülen Regenwälder!
In der Low Season sind noch weniger Touristen im Dschungel unterwegs als sonst und daher hatten wir oftmals Glück, die Basins unter den Wasserfällen ganz für uns allein zu haben. Auf der Insel gibt es sieben Wasserfälle, die offiziell in der Karte verzeichnet sind. Wir haben zwei davon besucht – den Klong Lao Leuam und den Kai Bae Waterfall, wobei letzterer recht herausfordernd zu erreichen war. Beide Wasserfälle befinden sich auf Privatgrund. Für eine kleine Gebühr von 20 Baht (etwa 50 Cent) je Person darf man die Wasserfälle besuchen. Oftmals bieten die Besitzer auch ihre Begleitung durch den Regenwald an, um ihren Verdienst etwas aufzubessern.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch Wasserfälle auf staatlichem Gebiet gibt; hierfür wird allerdings eine recht hohe Eintrittsgebühr von den Park-Rangern eingehoben.

Mangroven-Tour

Da es auf der Ostseite der Insel keine Sandstrände gibt, wurden dort auch fast keine Unterkünfte für Touristen gebaut. Dafür spielt sich hier eher das Leben der Einheimischen ab. Etwa auf halben Weg von Nord nach Süd liegt die Insel-Hauptstadt Dan Mai, wo auch das größte „Krankenhaus“ der Insel, die offizielle Verwaltung sowie die Hauptpolizeistation liegen. Etwas weiter südlich befindet sich ein kleiner buddhistischer Tempel und im Anschluss daran erstrecken sich die Mangrovenwälder. Der südlichste Punkt auf der Ostseite der Insel ist das kleine Dorf Salak Phet. Insgesamt muss man aber anmerken, dass die Orte im Osten keinen besonderen Reiz versprühen. Allerdings sind die Mangrovenwälder eine Reise wert. „Reise“ deshalb, weil man nicht einfach die Insel umrunden kann. Wie schon oben erwähnt, wohnten wir am südlichsten Sandstrand, dem Khong Koi Beach – im Grunde einen Steinwurf von Salak Phet entfernt. Da aber bis zum heutigen Tag keine Verbindungsstraße zwischen den beiden nur etwa 5 km voneinander entfernten Orten gebaut wurde (ein kleiner Offroad-Trail ist in der Trockenzeit befahrbar), muss man an der Westküste entlang wieder ganz in den Norden und von dort der Ostküste entlang in den Süden fahren – etwas mehr als 50 km. Die Fahrt auf teils abenteuerlichen Straßen eröffnet aber immer wieder wunderbare Ausblicke auf das Meer, eine Affenbande und die schöne Dschungellandschaft und ist es daher allein schon wert, gemacht zu werden.

Im Süden angekommen, entdeckten wir bald die Wegweiser zum Mangrove-Walkway und folgten ihnen. Keine anderen Touristen hatten sich hierher verirrt und wir durften den (leider schon etwas verlassenen und dementsprechend leicht verfallenen) Walkway allein benutzen. Auf Betonstelzen errichtet und mit Brettern beplankt erstreckte sich der Weg über eine Strecke von etwa 500 m. Trotz seiner teilweise etwas herausfordernden Passagen ist er sehenswert und öffnet ein Tor in eine andere Welt.

Resumee

Koh Chang ist eine verträumte Insel mit viel Natur, netter Bevölkerung und schönen Stränden – auch (oder gerade) in der Nebensaison eine Reise wert!

Koh Chang Nature – Wildlife on Koh Chang
Trash Hero Koh Chang Facebook-Seite
Mangrove Walkway
Koh Chang Guide
YuYu Golden Beach Resort

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