Ayutthaya – Siamese Dreams

Vom Bangkoker Hauptbahnhof Hua Lamphong erreichten wir nach nur zwei Stunden gemächlicher Zugfahrt Richtung Norden, um umgerechnet 1,18 Euro für vier Personenen in der 3. Klasse, die Stadt Ayutthaya, deren Zentrum durch den Zusammenfluss der drei Flüsse Chao Phraya, Pak Sak und Lopburi wie durch einen Burggraben begrenzt wird. 417 Jahre lang war Ayutthaya, mit vollem Namen eigentlich Phra Nakhon Si Ayutthaya, die Hauptstadt des alten Königreichs Siam, bis sie 1767 von birmesischen Truppen zerstört wurde. Auf einem riesigen Areal zählte man 375 Tempel, 29 Festungen und 94 Tore. Insgesamt prägten 35 siamesische Könige das Bild dieser Stadt, deren kümmerliche Überreste die Pracht und Größe der damaligen Zeit heute nur erahnen lassen.

Die historische Altstadt von Ayutthaya ist seit 1991 Unesco-Weltkulturerbe und das völlig zurecht! Nicht zuletzt deshalb steht sie auf der Must-See-Liste vieler Thailand-Touristen. Die meisten bleiben nur eine Nacht und eilen von Tempel zu Tempel. Widmet man dieser beeindruckenden Stadt etwas mehr Zeit, eröffnen sich ungeahnte Einblicke – man atmet das alte Siam.

Gleich am ersten Tag besorgten wir uns ein Kombiticket für die sechs Haupttempel um umgerechnet etwa 5,50 Euro pro Person (Kinder bezahlen nichts). Dazwischen gibt es zahlreiche kleinere Anlagen, an deren Eingang extra eine kleine Eintrittsgebühr verlangt wird. Um rasch und unkompliziert voranzukommen, liehen wir uns vier Fahrräder (je um 1,30 Euro pro Tag). Für thailändische Straßenverhältnisse ungewöhnlich, ist die Stadt mit eigenen Fahrspuren für Radfahrer bestens für solch eine Tour gerüstet.

Auf den Spuren der Siamesen

In unmittelbarer Nähe unseres  Hostels lag die Ruine der 1424 erbauten alten Tempelanlage Wat Ratchaburana, dessen stark restaurierter Prang (Tempelturm)  die große Halle überragt. Er ist der einzige Prang, den man noch besteigen darf; die anderen sind aufgrund der Einsturzgefahr gesperrt.

Gleich daneben befindet sich der 1374 gegründete Wat Mahatat; im südöstlichem Bereich dieser Tempelanlage findet man einen von einem Pipal-Baum umwachsenen Kopf einer alten Buddhastatue. Auf wundersame Weise hat der Baum, der im Buddhismus als heilig gilt, den Kopf vom Boden empogehoben und umwachsen (s. Titelbild des Beitrags).

Dahinter liegen der Wat Phra Si San Pet, dessen drei restaurierte Chedis die Anlage dominieren und der Wat Phra Ram, dessen alter Prang (Tempelturm) noch immer imposant in den Himmel ragt.

Durchaus lohnenswert ist auch eine Fahrt weiter raus aus dem Zentrum zum um 1690 erbauten Wat Chaiwatthanaram, einer großen Anlage im Khmer-Stil. Dort kann man noch bemerkenswert gut erhaltene Buddhastatuen und bemalte Deckenpaneele bewundern. Solche Touren sind in der schwülen Hitze mit Fahrrädern zu anstrengend, vor allem mit 1-Gang-Rädern und Kindern. Wir raten daher zu Tuk-Tuk oder Motorbike.

In unmittelbarer Nähe liegt auch der Wat Naphrameru. Er diente den Birmanen als Basislager und wurde daher nicht zerstört. Er enthält einen 6 Meter hohen vergoldeten Bronzebuddha, der im Stil eines Ayutthaya-Herrschers gekleidet ist. Einer der Chedis ist ebenfalls von einem Pipal-Baum umwachsen und gibt ein schönes Fotomotiv.

Zu guter Letzt haben wir den Wat Lokayasutha besucht. Er beherbergt neben den Resten eines Prangs und eines Tempels den größten liegenden Buddha. Hierher verirren sich kaum Touristen und man hat endlich Zeit, zur Ruhe zu kommen. Wir vergaßen sogar ganz die Zeit, sodass man uns in die Tempelanlage einschloss. Als wir schon über den Zaun klettern wollten, kam uns doch noch jemand zuhilfe und schloss uns das Tor wieder auf. 😉

Tempel no-gos

Wichtig bei Tempelbesuchen, egal ob verfallene Ruinen oder neue Anlagen, ist die korrekte Kleidung. Lange Hosen oder Kleider/Röcke sowie bedeckte Schultern sind meist vorgeschrieben. Die schwüle Hitze verleitet zu kurzen Shorts und Trägertops. Sollte man daher auf die tempelgerechte Kleidung „vergessen“ haben, bieten vor den Eingängen verschiedene Händler Tücher und „Tempelhosen“ feil. Teilweise kann man das „Equipment“ auch leihen.

Buddhisten verehren auch verfallene Buddhastatuen und bringen Opfer dar. Man sollte den Gläubigen und ihren Anlagen also größmöglichen Respekt entgegenbringen und keine selbstverherrlichenden Fotos mit Buddha schießen.

Aufgrund des ganzjährig heiß-schwülen Wetters ist es empfehlenswert, am Vormittag und am späten Nachmittag die Tempel zu besuchen und während der Mittagshitze zu ruhen und die Eindrücke wirken zu lassen. Wir haben bei unserem dreitägigen Besuch in Ayutthaya auch noch einige, kleinere Anlagen, die auf dem Weg zu größeren lagen, besucht. Sehenswert sind sie alle, aber das Areal ist so weitläufig, dass man sich dann doch auch mal sattgesehen hat.

Resumee

Ayutthaya ist auf jeden Fall eine Reise wert. Landet man in Bangkok und kann ein paar Tage erübrigen, können wir Ayutthaya jedem Thailand-Reisenden guten Gewissens ans Herz legen.

Unsere Reise geht weiter an den Strand von Koh Chang im Golf von Thailand …

Ayutthaya auf Wikipedia

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